top of page

Siemens-Türme Offenbach: Vom Wahrzeichen zum Abriss – so entsteht das Kaiserviertel

  • vor 3 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Die Siemens-Türme in Offenbach am Kaiserlei werden seit Ende Mai 2026 abgerissen, um Platz für ein neues Stadtquartier zu schaffen — das Kaiserviertel der ABG Frankfurt Holding mit rund 1.200 Wohnungen. Damit endet nach rund zwei Jahrzehnten Leerstand die Geschichte der weithin sichtbaren Hochhausgerippe an der A661, die lange als ungewolltes Wahrzeichen der Stadt galten. Dieser Artikel ordnet den aktuellen Stand ein: was gerade passiert, wie es dazu kam, was auf dem Areal entsteht und was ein Bauprojekt dieser Größenordnung für den Bau- und Fachkräftemarkt im Rhein-Main-Gebiet bedeutet.


siemens türme Offenbach am Main

Inhaltsverzeichnis



Aktueller Stand: Der Abriss hat begonnen


Der Rückbau der drei entkernten Hochhäuser am Offenbacher Kaiserlei läuft. Bauherrin ist die ABG Frankfurt Holding, eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Frankfurt, die das Areal von der bisherigen Eigentümerin übernommen hat. Die rund 80 Meter hohen Betonskelette mit 20 beziehungsweise 24 Geschossen werden Etage für Etage abgetragen.


Die oberirdischen Abbrucharbeiten sollen größtenteils bis Ende 2026 abgeschlossen sein, der gesamte Rückbau bis in die erste Jahreshälfte 2027. Anschließend beginnt der Neubau des Quartiers. Der Bezug der ersten Wohnungen ist für die Jahreswende 2029/2030 vorgesehen. Das Investitionsvolumen des Vorhabens liegt bei über 500 Millionen Euro.


Damit hat sich die Ausgangslage gegenüber den früheren Planungen grundlegend verändert: Statt einer Sanierung und Umnutzung der bestehenden Türme — lange als Studierendenwohnheim diskutiert — setzt sich nun der vollständige Abriss mit anschließendem Neubau durch.


Geschichte: Von der Kraftwerk Union zum Geisterturm


Die Türme entstanden als Unternehmenssitz der Kraftwerk Union (KWU), eines gemeinsamen Tochterunternehmens von Siemens und AEG. Im Jahr 2004 zog der Standort aus, seitdem standen die Hochhäuser leer. Vor einigen Jahren wurden die Gebäude entkernt und die Fassaden abgehängt, sodass sie über Jahre als reine Betongerippe das Stadtbild prägten.


In dieser Phase wechselten Eigentümer und Konzepte mehrfach. Ein Berliner Investor übernahm den Komplex und ging später im Immobilienkonzern Adler Group auf. Ein Hamburger Projektentwickler plante, die Skelette zu erhalten und in ein Studierendenwohnheim mit rund 1.500 Apartments umzubauen — unter anderem in Modulbauweise. Dieses Vorhaben zerschlug sich: Die Förderung reichte für den geplanten Umfang nicht aus, und eine Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die Tragfähigkeit der Betonkonstruktion für eine wirtschaftliche Revitalisierung nicht mehr ausreichend war. Eine Sanierung hätte einen enormen Kostenaufwand bedeutet; Abriss und Neubau gelten als die wirtschaftlich tragfähigere Lösung.


Nach langen Verhandlungen einigten sich die Stadt Offenbach und die ABG Frankfurt Holding auf eine neue Nutzung und ein Bauprojekt, das den geltenden Bebauungsplan und die städtebaulichen Leitlinien erfüllt. Damit war der Weg für den jetzt laufenden Rückbau frei.


Das Kaiserviertel: Was auf dem Areal entsteht


An der Stelle der früheren Siemens-Türme soll ein gemischt genutztes Stadtquartier entstehen — das Kaiserviertel. Geplant sind rund 1.200 Mietwohnungen, davon etwa 350 für Studierende, ergänzt um ein Hotel, eine Kindertagesstätte, Nahversorgung, Büroflächen und ein Parkhaus. Rund 23 Prozent des Wohnraums sollen gefördert sein.


Den städtebaulichen Entwurf verantwortet das Frankfurter Architekturbüro Albert Speer und Partner (AS+P). Vorgesehen ist ein Ensemble aus vier achtgeschossigen Wohnhäusern mit begrünten Innenhöfen, ergänzt um drei höhere Punkte mit bis zu 19 Stockwerken, die das Quartier gliedern. Entlang der Strahlenberger Straße sind zusätzlich rund 4.200 Quadratmeter Büroflächen sowie ein neues Parkhaus geplant; auch ein Hotel soll neu errichtet werden. Der Energieeffizienzstandard ist hoch angesetzt.


Über das Baufeld hinaus soll sich das gesamte Kaiserlei-Viertel verändern: Vorgesehen sind unter anderem ein rund 10.000 Quadratmeter großer Park am Wasser und eine Verlängerung des Anlagenrings bis zum Main. Für die Region Rhein-Main gilt das Vorhaben als städtebaulicher Meilenstein.


Ablauf und Technik des Rückbaus


Der Abbruch erfolgt kontrolliert und in mehreren Phasen. Zunächst werden die Türme Geschoss für Geschoss hinter Netzen und Dämmplatten abgetragen, um Anwohner vor Lärm und Staub zu schützen. In den oberen Etagen werden krangerechte Betonteile zugeschnitten, an Kränen abgelassen und nach unten transportiert.


Sind die Türme auf etwa 50 Meter Höhe reduziert, kommt der maschinelle Abbruch mit sogenannten Longfront-Baggern zum Einsatz. Insgesamt fallen rund 90.000 Tonnen Betonschutt an. Dieser soll zerkleinert und so weit wie möglich wiederverwendet werden — etwa im Straßenbau oder im Rahmen des Neubaus selbst. Der Rückbau ist damit auch ein Beispiel für ressourcenschonendes Bauen, bei dem Abbruchmaterial nicht entsorgt, sondern als Sekundärrohstoff in den Kreislauf zurückgeführt wird.


Was das Projekt für den Bau- und Fachkräftemarkt bedeutet


Ein Vorhaben mit einem Volumen von über 500 Millionen Euro, das vom kontrollierten Hochhausabbruch über den Wohnungsbau bis zum Quartiersmanagement reicht, bindet über mehrere Jahre eine erhebliche Zahl qualifizierter Fachkräfte. Genau hier zeigt sich ein Muster, das für viele Großprojekte im Rhein-Main-Gebiet gilt: Nicht das Kapital ist der knappste Faktor, sondern erfahrenes Personal.


Bereits der Rückbau verlangt spezialisierte Kompetenz — von der Abbruchplanung über Statik und Arbeitssicherheit bis zur Entsorgungs- und Recyclinglogistik für rund 90.000 Tonnen Beton. Für die anschließende Neubebauung werden über Jahre Schlüsselrollen gebraucht: erfahrene Bauleiter für den Hochbau, Projektleiter für die Steuerung der Gewerke, Kalkulatoren, Bauingenieure und Polier-Funktionen. Ob ein Quartier wie das Kaiserviertel im Zeit- und Kostenrahmen bleibt, hängt maßgeblich davon ab, ob diese Positionen termingerecht und passgenau besetzt sind.


Für Bauunternehmen und Projektentwickler, die an solchen Vorhaben beteiligt sind — sei es als ausführendes Unternehmen oder als Generalübernehmer —, ist die rechtzeitige Besetzung dieser Rollen damit kein reines Personalthema, sondern ein direkter Projektfaktor. Eine unbesetzte Schlüsselposition verzögert nicht nur einen Bauabschnitt, sie wirkt sich unmittelbar auf Termine, Kosten und Margen aus. Großprojekte wie das Kaiserviertel machen damit sichtbar, warum die strukturierte Gewinnung von Bau- und Ingenieurfachkräften für die Branche zunehmend über den Projekterfolg entscheidet.



Konkreten Personalbedarf für ein Bau- oder Infrastrukturprojekt? TOPEOPLE GROUP besetzt Schlüsselrollen im Bau-, Technik- und Infrastruktursektor über gezielte Direktansprache statt über breite Ausschreibungen.




Du suchst selbst eine Stelle im Hochbau oder in der Bauleitung?


Du arbeitest als Bauleiter, Projektleiter oder Kalkulator und suchst ein neues Projekt im Rhein-Main-Gebiet oder darüber hinaus? Auf der Jobs-Seite von TOPEOPLE findest du aktuelle Vakanzen aus der gesamten Bau-, Technik- und Infrastrukturbranche.



Häufige Fragen zu den Siemens-Türmen Offenbach


Werden die Siemens-Türme in Offenbach abgerissen?

Ja. Der Abriss der drei entkernten Hochhäuser am Kaiserlei hat Ende Mai 2026 begonnen. Die oberirdischen Arbeiten sollen bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein, der vollständige Rückbau bis in die erste Jahreshälfte 2027. Frühere Pläne, die Türme zu erhalten und umzubauen, wurden zugunsten von Abriss und Neubau verworfen.

Was entsteht an der Stelle der Siemens-Türme?

Auf dem Areal entsteht das Kaiserviertel, ein gemischt genutztes Stadtquartier der ABG Frankfurt Holding. Geplant sind rund 1.200 Mietwohnungen, davon etwa 350 für Studierende, dazu ein Hotel, eine Kita, Büroflächen, Nahversorgung und ein Parkhaus. Rund 23 Prozent des Wohnraums sollen gefördert sein.

Wem gehörten die Siemens-Türme und warum standen sie so lange leer?

Die Türme waren ursprünglich Sitz der Kraftwerk Union (KWU), einer gemeinsamen Tochter von Siemens und AEG. Nach dem Auszug 2004 standen sie leer und wurden später entkernt. Verschiedene Eigentümer und Konzepte — zuletzt ein gescheitertes Studierendenwohnheim — führten über rund zwei Jahrzehnte nicht zu einer Umsetzung, bis die ABG Frankfurt Holding das Areal übernahm.

Wann ist das neue Quartier fertig?

Der Bezug der ersten Wohnungen ist für die Jahreswende 2029/2030 vorgesehen. Bis 2030 soll sich das gesamte Kaiserlei-Viertel verändern, unter anderem durch einen Park am Wasser und die Verlängerung des Anlagenrings bis zum Main.

Wie läuft der Abriss technisch ab?

Die Türme werden zunächst Geschoss für Geschoss hinter Schutznetzen abgetragen, krangerechte Betonteile abgelassen. Ab etwa 50 Metern Höhe übernimmt der maschinelle Abbruch mit Longfront-Baggern. Rund 90.000 Tonnen Betonschutt sollen zerkleinert und weitgehend wiederverwendet werden.

Welche Fachkräfte braucht ein Projekt dieser Größe?

Vom kontrollierten Rückbau bis zum Wohnungsbau werden über Jahre spezialisierte Fachkräfte gebraucht: Abbruch- und Tiefbauspezialisten, Bauleiter und Polier-Funktionen im Hochbau, Projektleiter zur Gewerkesteuerung, Kalkulatoren und Bauingenieure. Die termingerechte Besetzung dieser Schlüsselrollen ist bei Großprojekten ein entscheidender Faktor für Kosten- und Terminsicherheit.



Mehr zum TOPEOPLE Service erfahren — wie kritische Rollen über Direktansprache besetzt werden.



bottom of page