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SiGe-Koordinator (SiGeKo) am Bau: Aufgaben, Anforderungen und Gehalt

vor 2 Stunden
4 Min. Lesezeit

Ein SiGe-Koordinator (SiGeKo) koordiniert Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen, auf denen mehrere Arbeitgeber tätig sind. Er sorgt dafür, dass Gewerke sich nicht gegenseitig gefährden — von der Planung bis zur Ausführung. Die Rolle ist gesetzlich verankert: Die Baustellenverordnung verlangt bei größeren oder gefährlichen Vorhaben einen SiGeKo. Damit ist er eine feste Größe in fast jedem größeren Bauprojekt — und zunehmend knapp.


sigeko Baustelle

Inhaltsverzeichnis



Was macht ein SiGe-Koordinator?


Der SiGeKo plant, organisiert und überwacht den Arbeitsschutz über die Gewerke hinweg. Er erstellt den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan), stimmt die Abläufe der Beteiligten ab und achtet darauf, dass sich parallel arbeitende Firmen nicht gefährden.


  • Erstellen und Fortschreiben des SiGe-Plans

  • Koordination der Arbeitsschutzmaßnahmen mehrerer Firmen

  • Vorankündigung bei den Behörden veranlassen

  • Zusammenstellen der Unterlage für spätere Arbeiten am Bauwerk


Der SiGeKo trägt keine Weisungsbefugnis über die einzelnen Firmen, aber eine hohe Verantwortung. Er ist die zentrale Klammer, die den Arbeitsschutz auf der Baustelle zusammenhält — verwandt mit der überwachenden Rolle im Beitrag zu den Schlüsselrollen im Konstruktiven Ingenieurbau.


Wann ist ein SiGeKo vorgeschrieben?


Die Baustellenverordnung schreibt einen SiGe-Koordinator vor, wenn auf einer Baustelle Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden. Bei größeren oder besonders gefährlichen Vorhaben kommt zusätzlich die Pflicht zur Vorankündigung hinzu.


Verantwortlich für die Bestellung ist der Bauherr. In der Praxis überträgt er die Aufgabe an einen qualifizierten SiGeKo — intern oder als externe Fachkraft. Wer die Pflicht ignoriert, riskiert Bußgelder und im Schadensfall erhebliche Haftung.


Planungs- und Ausführungsphase


Die Koordination beginnt nicht erst auf der Baustelle. Schon in der Planung legt der SiGeKo die Grundlagen für einen sicheren Bauablauf, in der Ausführung überwacht und aktualisiert er sie.


  • Planungsphase: SiGe-Plan aufstellen, Gefährdungen früh entschärfen, Abläufe entzerren

  • Ausführungsphase: Umsetzung überwachen, Plan fortschreiben, Beteiligte koordinieren

  • Abschluss: Unterlage für spätere Wartungs- und Umbauarbeiten zusammenstellen


Der größte Hebel liegt in der Planung. Wer Gefährdungen schon am Schreibtisch entschärft, verhindert teure und gefährliche Konflikte auf der Baustelle.


Anforderungen und Qualifikation


Ein SiGeKo braucht baufachliche Kenntnisse, arbeitsschutzfachliche Kenntnisse und spezielle Koordinatorenkenntnisse, die in anerkannten Lehrgängen vermittelt werden. Üblich ist ein bautechnischer oder ingenieurtechnischer Hintergrund. Grundlagen der Bauleitung beschreibt das Glossar zum Bauleiter Hochbau.


  • Baufachliche Ausbildung oder Studium mit Baubezug

  • Nachweis arbeitsschutzfachlicher und koordinatorenspezifischer Kenntnisse

  • Erfahrung im Bauablauf und mit mehreren Gewerken

  • Durchsetzungsvermögen und Kommunikationsstärke


Viele SiGeKo kommen aus der Bauleitung oder Bauüberwachung. Die Rolle ist damit ein attraktiver Entwicklungsweg für erfahrene Baufachkräfte, die Verantwortung ohne klassische Bauleitung suchen.


Gehalt im Überblick


Das Gehalt hängt von Erfahrung, Qualifikation und Anstellungsform ab. Die folgende Übersicht zeigt typische Bruttojahresspannen bei Anstellung; freiberufliche SiGeKo rechnen meist über Tagessätze ab.


Erfahrungsstufe

Fokus

Brutto/Jahr

Einstieg (angestellt)

Zuarbeit, kleinere Baustellen

45.000–58.000 €

Mit Berufserfahrung

Eigenverantwortliche Koordination

58.000–72.000 €

Senior / Großprojekte

Komplexe Vorhaben, mehrere Baustellen

72.000–88.000 €


Erfahrung und die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen, heben das Gehalt spürbar. Freiberufliche SiGeKo mit gutem Ruf erzielen über Tagessätze häufig noch höhere Einkommen.





Marktlage und Perspektiven


Der Bedarf ist stabil und gesetzlich getrieben. Jede größere Baustelle mit mehreren Firmen braucht Koordination, und mit dem Bau- und Sanierungsvolumen steigt die Zahl der Projekte. Gleichzeitig sind erfahrene SiGeKo knapp.


Für Bauherren, Planungsbüros und Bauunternehmen ist der qualifizierte SiGeKo schwer zu finden. Wer die Qualifikation und Erfahrung mitbringt, hat verlässliche Perspektiven — angestellt wie freiberuflich.


Weil der Arbeitsschutz auf Baustellen strenger reguliert und stärker geprüft wird, gewinnt die Rolle weiter an Bedeutung. Für Baufachkräfte ist sie ein sicherer und angesehener Entwicklungsweg.


Für Fachkräfte: Einstieg und Wechsel


Du bist SiGe-Koordinator, kommst aus Bauleitung oder Bauüberwachung — oder willst dich über die passenden Lehrgänge in diese Richtung entwickeln? Deine Qualifikation ist gefragt. TOPEOPLE vermittelt Bau- und Fachkräfte an Unternehmen in ganz Deutschland — diskret und passend zu deinen Zielen. Aktuelle Stellen findest du auf unserer Jobseite.





Häufige Fragen zum SiGe-Koordinator


Er koordiniert Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen mit mehreren Arbeitgebern. Er erstellt den SiGe-Plan, stimmt die Abläufe der Gewerke ab, überwacht die Umsetzung und stellt die Unterlage für spätere Arbeiten am Bauwerk zusammen.

Die Baustellenverordnung verlangt einen SiGe-Koordinator, wenn Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber auf einer Baustelle tätig sind. Bei größeren oder gefährlichen Vorhaben kommt eine Pflicht zur Vorankündigung hinzu. Verantwortlich für die Bestellung ist der Bauherr.

Nötig sind baufachliche Kenntnisse, arbeitsschutzfachliche Kenntnisse und spezielle Koordinatorenkenntnisse aus anerkannten Lehrgängen. Üblich ist ein bautechnischer oder ingenieurtechnischer Hintergrund. Das ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.

Angestellt je nach Erfahrung etwa 45.000 bis 88.000 Euro brutto im Jahr. Freiberufliche SiGeKo rechnen meist über Tagessätze ab und erzielen mit gutem Ruf häufig höhere Einkommen.

Ja. Viele SiGe-Koordinatoren kommen aus Bauleitung oder Bauüberwachung. Mit den passenden Lehrgängen und Erfahrung im Bauablauf ist der Wechsel ein üblicher und attraktiver Entwicklungsweg.

Stabil. Der Bedarf ist gesetzlich getrieben, das Bau- und Sanierungsvolumen hoch und erfahrene SiGeKo sind knapp. Die Rolle ist angestellt wie freiberuflich sicher und angesehen.





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