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Planer LST

Der Planer Leit- und Sicherungstechnik (LST) ist ein hochspezialisierter Experte, der für die Planung, Auslegung und Integration von Eisenbahnsicherungssystemen verantwortlich ist. Er sorgt dafür, dass Stellwerke, Signale, Weichensteuerungen und Bahnübergänge technisch korrekt geplant, normgerecht ausgeführt und sicher betrieben werden können.


Da LST-Anlagen die Betriebssicherheit und Pünktlichkeit des Bahnverkehrs direkt beeinflussen, gehört diese Position zu den sicherheitskritischsten Berufen im Bahnwesen.

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Konkrete Aufgaben eines Planers LST


  • Analyse der Anforderungen an Sicherungsanlagen in Bahnprojekten

  • Planung von Stellwerken (Relaistechnik, Elektronische Stellwerke, Digitale Stellwerke)

  • Auslegung von Signalen, Weichen und Bahnübergängen

  • Erstellung von Schaltplänen, Logikplänen und Kabeltrassenplänen

  • Integration von LST-Anlagen in bestehende Infrastrukturen

  • Dimensionierung der Energieversorgung für Sicherungstechnik

  • Berücksichtigung von Normen und Regelwerken (EBO, BOStrab, DB-Richtlinien, DIN, EN, CENELEC)

  • Erstellung von Ausschreibungsunterlagen und Mitwirkung bei Vergaben

  • Abstimmung mit Bauherren, Projektleitern und Fachplanern anderer Gewerke

  • Begleitung der Umsetzung und technische Betreuung bei Abnahmen



Typische Einsatzbereiche

Planer:innen LST arbeiten überwiegend in bahnspezifischen Projekten, etwa bei:

  • Bahninfrastrukturprojekten: Planung von Sicherungssystemen für Neubau- oder Umbauprojekte

  • Modernisierung von Bestandsstrecken: Umrüstung auf elektronische oder digitale Stellwerke

  • Tunnel- und Brückenbau: Integration von LST-Anlagen in Großbauwerke

  • Bahnübergangssicherung: Planung und Erneuerung von Schrankenanlagen und Überwachungssystemen

  • Internationale Bahnprojekte, die Normen der EU (CENELEC) berücksichtigen



Relevanz für den Projekterfolg

Die Rolle des Planers LST ist unverzichtbar, weil er:

  • sichere und zuverlässige Betriebsabläufe im Schienenverkehr garantiert,

  • durch exakte Planung Kosten- und Zeitüberschreitungen vermeidet,

  • die technische Schnittstelle zwischen Bau, Signaltechnik und Energieversorgung bildet,

  • die Basis für Digitalisierung im Bahnbetrieb (ETCS, digitale Stellwerke) schafft,

  • dafür sorgt, dass Projekte rechtlich, technisch und sicherheitsrelevant abgesichert sind.

Klassische Ausbildungswege


Der Weg zum Planer LST führt in den meisten Fällen über eine technische Ausbildung oder ein Studium im Bereich Elektrotechnik oder Bahntechnik.


  • Ausbildung (mit anschließender Weiterbildung):

    • Elektroniker:in für Betriebstechnik (mit Fokus Bahn / DB-Ausbildung)

    • Mechatroniker:in mit Spezialisierung Automatisierung oder Signaltechnik

    • Elektroniker:in für Geräte und Systeme

    • IT-Systemelektroniker:in (mit Bahntechnik-Weiterbildung)

  • Studium (direkter Weg in die Planung):

    • Elektrotechnik (Bachelor/Master) mit Vertiefung Automatisierungs- und Bahntechnik

    • Bahningenieurwesen mit Schwerpunkt Leit- und Sicherungstechnik

    • Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik

    • Informations- und Kommunikationstechnik (mit Spezialisierung auf Bahnsysteme)


Viele Planer:innen beginnen ihre Karriere mit einer Ausbildung bei der DB Netz AG oder in einem Ingenieurbüro für Signaltechnik, um sich später über ein Studium oder Zusatzqualifikationen zum Planer LST weiterzuentwickeln.



Voraussetzungen

Für die Tätigkeit als Planer:in LST sind erforderlich:

  • abgeschlossene Ausbildung oder Studium im Bereich Elektrotechnik oder Bahntechnik

  • Kenntnisse in Normen & Regelwerken (EBO, BOStrab, DB-Richtlinien, CENELEC, DIN EN 50126/8/9)

  • CAD- und BIM-Kenntnisse zur Erstellung technischer Pläne

  • Erfahrung mit Signaltechniksystemen (Relais-, elektronische oder digitale Stellwerke)

  • analytisches und logisches Denken zur Auslegung komplexer Sicherungssysteme

  • Team- und Kommunikationsfähigkeit, da die Arbeit in interdisziplinären Teams erfolgt



Bildungseinrichtungen & Hochschulen

Deutschland verfügt über spezialisierte Einrichtungen, die Ausbildung, Studium und Weiterbildung im Bereich LST anbieten:

Ort / Region

Bildungsträger / Hochschule

Angebot

Dresden

TU Dresden – Fakultät Verkehrswissenschaften

Bahningenieurwesen mit Schwerpunkt LST

Berlin

HTW Berlin

Elektrotechnik / Automatisierungstechnik

Leipzig / bundesweit

DB Training, Learning & Consulting

Fachspezifische Schulungen Leit- und Sicherungstechnik

München

TU München

Elektrotechnik, Bahntechnik, Automatisierung

Aachen

RWTH Aachen

Elektrotechnik, Kommunikationstechnik

Erfurt

FH Erfurt

Verkehrs- und Bahntechnik

bundesweit

IHK & Handwerkskammern

Weiterbildung zum Techniker Elektrotechnik



Weiterbildung & Zusatzqualifikationen

Planer:innen LST können ihre Fachkompetenz durch zusätzliche Qualifikationen erweitern:

  • Projektmanagement-Zertifikate (IPMA, PRINCE2, PMI)

  • BIM-Manager Elektrotechnik

  • CENELEC-Schulungen (Normen EN 50126, 50128, 50129 für Bahnsicherheit)

  • Fortbildungen Digitale Stellwerke (DSTW, ETCS-Level 2/3)

  • Sicherheitsausbildungen im Bahnumfeld (BETRA, Sicherheitsplanung)



Quereinstiegsmöglichkeiten

Ein Quereinstieg ist möglich für:

  • Elektroingenieur:innen aus Automatisierung oder Industrie, die in Bahninfrastrukturprojekte wechseln

  • Techniker:innen Elektrotechnik, die über Weiterbildung in die LST-Planung aufsteigen

  • Signalmechaniker:innen mit Erfahrung bei der DB, die sich in die Planung weiterentwickeln



Anforderungen im Alltag

Die Arbeit als Planer:in LST ist komplex, da es sich um sicherheitsrelevante Systeme handelt, die den Bahnbetrieb direkt beeinflussen. Neben technischem Fachwissen sind Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein zentrale Eigenschaften.


Wichtige Anforderungen:

  • umfassende Kenntnisse in Elektrotechnik, Automatisierung und Bahnsystemtechnik

  • Sicherer Umgang mit Normen (EBO, BOStrab, CENELEC, DB-Richtlinien)

  • Erfahrung mit Stellwerkstechnik (Relais, ESTW, digitale Stellwerke, ETCS)

  • Planungssicherheit mit CAD- und BIM-Software

  • logisches und analytisches Denken, um komplexe Schaltungen und Sicherungssysteme zu entwickeln

  • Projektorganisation, um Termine, Budgets und Schnittstellen zu koordinieren

  • Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke im Austausch mit Bauleitern, Ingenieuren und Auftraggebern

  • Belastbarkeit, da Projekte häufig unter Zeitdruck realisiert werden



Zusammenarbeit im Projektumfeld

Der Planer LST arbeitet an der Schnittstelle zwischen technischer Planung und praktischer Umsetzung.

Rolle

Zusammenarbeit bei…

Bau- und Projektleiter:innen

Abstimmung von Bauabläufen, Integration der LST

Auftraggeber (z. B. DB Netz AG)

Definition der Anforderungen, Abnahmen

Architekt:innen & Fachplaner

Koordination mit Hoch- und Tiefbau

Behörden & Prüfstellen

Genehmigungen, Sicherheitsnachweise

Signalmechaniker & Monteure

Umsetzung der geplanten Systeme vor Ort

Subunternehmen

Lieferung und Integration von Signaltechnik


Arbeitsbedingungen

Die Tätigkeit ist vielseitig und teilt sich in Büroarbeit und Außeneinsätze:

  • Büroarbeit: Planung mit CAD/BIM, technische Berechnungen, Dokumentation

  • Baustellenpräsenz: Begleitung der Umsetzung, Prüfungen, Abnahmen

  • Meetings mit Auftraggebern, Bauleitern und Behörden

  • Reisetätigkeit: je nach Projektregion, v. a. bei Großprojekten bundesweit

  • Arbeitszeiten: vorwiegend Bürozeiten, jedoch projektbedingt auch Mehrarbeit oder Wochenendtermine





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Gehalt (Stand 2025)


Das Gehalt von Planer:innen LST spiegelt die hohe Verantwortung und die Spezialisierung wider.


Bruttogehalt – Festanstellung:

Erfahrungsstufe

Brutto / Jahr (€)

Berufseinstieg (nach Ausbildung/Studium)

ca. 44.000 – 52.000 €

mit 3–5 Jahren Erfahrung

ca. 53.000 – 65.000 €

erfahrene Planer:innen

ca. 66.000 – 78.000 €

Senior-Planer:innen / Projektleiter

ca. 79.000 – 90.000 €


Zusatzleistungen & Extras:

  • betriebliche Altersvorsorge

  • Diensthandy, Laptop, teils Dienstwagen

  • Schulungen in Bahntechnik und Digitalisierung

  • Boni bei Projekterfolg



Engpass in der Bahninfrastruktur

Die Nachfrage nach Planer:innen LST ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Grund dafür sind der Ausbau und die Digitalisierung des Schienennetzes, die flächendeckende Einführung von ETCS (European Train Control System) sowie die Umrüstung auf digitale Stellwerke (DSTW). Gleichzeitig scheiden viele erfahrene Fachkräfte aus, während der Nachwuchs nicht in ausreichender Zahl nachkommt.



Ursachen für den Fachkräftemangel

  • altersbedingtes Ausscheiden erfahrener Signaltechnikplaner:innen

  • lange Ausbildungs- und Karrierewege bis zur Spezialisierung in LST

  • steigende technische Anforderungen durch Digitalisierung und neue Normen (CENELEC, ETCS)

  • starker Wettbewerb zwischen Bauunternehmen, Ingenieurbüros und DB-nahen Gesellschaften

  • zu geringe Ausbildungszahlen in bahnspezifischer Elektrotechnik



Auswirkungen auf Unternehmen und Projekte

Der Mangel an Planer:innen LST hat direkte Folgen:

  • Projektverzögerungen, da Planungsunterlagen fehlen

  • Kostensteigerungen, wenn externe Büros hinzugezogen werden müssen

  • Abhängigkeit von wenigen Spezialisten, die überlastet sind

  • Risiken für die Digitalisierung der Bahn, wenn Projekte stocken



Chancen & Perspektiven für Fachkräfte

Für Fachkräfte im Bereich Elektrotechnik und Bahntechnik ergeben sich aktuell hervorragende Perspektiven:

  • Jobsicherheit, da Investitionen in Bahninfrastruktur langfristig gesichert sind

  • überdurchschnittliche Gehälter im Vergleich zu anderen Planungsberufen

  • spannende Projekte in Digitalisierung, ETCS und Automatisierung

  • Karrierechancen, vom Junior-Planer bis zum Projektleiter oder Abteilungsleiter

  • Gestaltungsspielraum, da Planer:innen LST direkt die Zukunft des Bahnverkehrs mitentwickeln



Was TOPEOPLE bietet

  • Für Unternehmen: TOPEOPLE unterstützt Bauunternehmen, Ingenieurbüros und Bahn-Dienstleister bei der Suche nach qualifizierten Planer:innen LST, die komplexe Projekte zuverlässig planen und steuern können.


  • Für Fachkräfte: TOPEOPLE begleitet Elektroingenieur:innen, Signaltechniker:innen und Planer:innen bei ihrem nächsten Karriereschritt und vermittelt Stellen in Projekten mit hoher Zukunftssicherheit.



Fazit


Der Planer LST ist eine Schlüsselfigur im Bahnwesen, da er die technische Grundlage für sicheren und effizienten Zugverkehr schafft. Ohne diese Fachkräfte können weder digitale Stellwerke noch die Modernisierung des Schienennetzes umgesetzt werden.


In Zeiten des Fachkräftemangels ergeben sich für qualifizierte Planer:innen beste Karrierechancen, hohe Jobsicherheit und spannende Projekte im Bereich Digitalisierung und Bahninfrastruktur.

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