top of page

Mitarbeitergewinnung

Mitarbeitergewinnung beschreibt alle Maßnahmen, mit denen Unternehmen neue Fach- und Führungskräfte identifizieren, ansprechen und für eine Zusammenarbeit gewinnen. Der Begriff wird häufig synonym mit Recruiting verwendet, umfasst jedoch ein etwas breiteres Verständnis: Neben dem eigentlichen Auswahlprozess gehören auch Themen wie Arbeitgeberpositionierung, Kandidatenansprache und langfristige Personalplanung dazu.


In der Bau- und Infrastrukturbranche hat Mitarbeitergewinnung eine besondere strategische Bedeutung. Bauunternehmen sind stark von qualifizierten Fachkräften abhängig – etwa Bauleiter, Projektleiter, Kalkulatoren, Poliere oder technische Spezialisten. Ohne ausreichend qualifiziertes Personal können Projekte nicht umgesetzt, neue Aufträge nicht angenommen und Wachstumsstrategien nicht realisiert werden.


Die Mitarbeitergewinnung ist deshalb kein isolierter HR-Prozess, sondern ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung von Bauunternehmen.

Screenshot 2025-04-03 at 14.25.38.png

Besonderheiten der Mitarbeitergewinnung im Bauwesen


Die Bauwirtschaft unterscheidet sich in mehreren Punkten von anderen Branchen, wenn es um Personalgewinnung geht.


Ein wesentlicher Faktor ist die projektbasierte Arbeitsweise. Bauunternehmen müssen ihre Personalstruktur häufig an neue Projekte, Auftragsschwankungen oder Infrastrukturprogramme anpassen. Dadurch entsteht regelmäßig zusätzlicher Personalbedarf. Hinzu kommt ein seit Jahren bestehender Fachkräftemangel in vielen technischen Berufen.


Besonders betroffen sind unter anderem:

  • Bauleiter im Hoch- und Tiefbau

  • Projektleiter im Infrastruktur- und Anlagenbau

  • Kalkulatoren für komplexe Bauprojekte

  • erfahrene Poliere und Bauüberwacher

  • technische Spezialisten für Infrastrukturprojekte


Viele dieser Fachkräfte verfügen über langjährige Projekterfahrung und sind daher stark nachgefragt. Gleichzeitig wechseln sie selten aktiv den Arbeitgeber.


Das führt dazu, dass Mitarbeitergewinnung im Bauwesen häufig nicht über klassische Bewerbungsprozesse funktioniert, sondern über gezielte Identifikation und Ansprache geeigneter Kandidaten.



Der Arbeitsmarkt für Bau-Fachkräfte

Ein weiterer zentraler Aspekt der Mitarbeitergewinnung im Bauwesen ist die Struktur des Arbeitsmarktes.

Der größte Teil erfahrener Bauingenieure und Projektmanager befindet sich in festen Anstellungen und ist nicht aktiv auf Jobsuche. Diese Kandidaten werden deshalb über klassische Stellenanzeigen nur selten erreicht.


In der Praxis spricht man hier vom verdeckten Arbeitsmarkt.

Dieser umfasst Fachkräfte, die:

  • aktuell nicht aktiv nach einer neuen Position suchen

  • grundsätzlich offen für interessante Karrierechancen sein können

  • nur über direkte Ansprache erreichbar sind


Gerade bei erfahrenen Fach- und Führungskräften liegt ein erheblicher Teil des Kandidatenpotenzials in diesem verdeckten Markt.


Für Unternehmen bedeutet das: Erfolgreiche Mitarbeitergewinnung erfordert systematische Marktkenntnis und aktive Kandidatenansprache.



Klassische Instrumente der Mitarbeitergewinnung

Trotz dieser Besonderheiten spielen klassische Recruiting-Instrumente weiterhin eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise:


Stellenanzeigen und Jobportale

Sie eignen sich vor allem für Positionen mit größerem Kandidatenpool, etwa bei Berufseinsteigern oder Juniorpositionen.


Karriereseiten von Unternehmen

Viele Bauunternehmen investieren zunehmend in eigene Karriereseiten, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.


Empfehlungsprogramme

Empfehlungen durch bestehende Mitarbeitende sind im Bauwesen weit verbreitet. Sie können eine wertvolle Quelle für qualifizierte Kandidaten sein.


Karrieremessen und Hochschulkooperationen

Diese Maßnahmen spielen insbesondere bei der Gewinnung von Nachwuchskräften eine wichtige Rolle.

Bei erfahrenen Fachkräften reicht diese Strategie jedoch häufig nicht aus, da viele geeignete Kandidaten gar nicht aktiv auf Stellensuche sind.



Warum aktive Kandidatenansprache immer wichtiger wird

Vor diesem Hintergrund gewinnt ein Ansatz zunehmend an Bedeutung: die aktive Direktansprache von Kandidaten.


Dabei werden geeignete Fachkräfte gezielt im Markt identifiziert und diskret kontaktiert. Dieser Prozess wird häufig als Direktsuche oder Executive Search bezeichnet.


Gerade bei spezialisierten Baupositionen ermöglicht diese Methode:

  • Zugang zum verdeckten Kandidatenmarkt

  • gezielte Ansprache erfahrener Fachkräfte

  • Besetzung anspruchsvoller Schlüsselpositionen


Für Unternehmen bedeutet das, dass Mitarbeitergewinnung zunehmend zu einem strukturierten Suchprozess wird – nicht nur zu einer Reaktion auf eingehende Bewerbungen.

Zentrale Strategien der Mitarbeitergewinnung


Die Mitarbeitergewinnung in der Bau- und Infrastrukturbranche erfordert heute eine Kombination verschiedener Strategien. Unternehmen, die sich ausschließlich auf einzelne Recruitingkanäle verlassen, stoßen häufig schnell an Grenzen. Erfolgreiche Personalgewinnung basiert daher meist auf einem Mix aus passiven und aktiven Methoden.


Zu den wichtigsten strategischen Ansätzen gehören:

  • Anzeigenbasierte Personalgewinnung

  • Aufbau einer starken Arbeitgebermarke

  • Nutzung von Branchen- und Kandidatennetzwerken

  • aktive Direktansprache qualifizierter Fachkräfte


Welche Strategie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt stark von der jeweiligen Position ab. Während Einstiegspositionen oft über klassische Kanäle besetzt werden können, erfordern spezialisierte Rollen meist deutlich aktivere Suchstrategien.



Anzeigenbasierte Mitarbeitergewinnung

Stellenanzeigen bleiben weiterhin ein wichtiges Instrument der Mitarbeitergewinnung. Sie werden typischerweise über Jobbörsen, Unternehmenswebsites oder soziale Netzwerke veröffentlicht.


Dieser Ansatz funktioniert besonders gut bei Positionen mit einem größeren Kandidatenpool, beispielsweise:

  • Junior-Bauleiter

  • Absolventen im Bauingenieurwesen

  • Bauzeichner oder technische Fachkräfte

  • operative Rollen im Bauprojekt


Stellenanzeigen haben mehrere Vorteile:

  • schnelle Reichweite

  • klare Kommunikation des Rollenprofils

  • strukturierter Bewerbungsprozess


Allerdings zeigen sich bei vielen technischen Fachpositionen deutliche Grenzen dieses Modells. Gerade erfahrene Bauleiter oder Projektmanager reagieren selten aktiv auf Stellenausschreibungen, da sie meist fest in laufende Projekte eingebunden sind.


Dadurch entstehen häufig Situationen, in denen Stellenanzeigen zwar Sichtbarkeit erzeugen, aber nur wenige geeignete Bewerbungen generieren.



Bedeutung der Arbeitgeberpositionierung

Neben der reinen Stellenausschreibung gewinnt auch die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber zunehmend an Bedeutung.


Fachkräfte im Bauwesen achten bei einem möglichen Arbeitgeberwechsel unter anderem auf:

  • interessante und technisch anspruchsvolle Projekte

  • langfristige Entwicklungsmöglichkeiten

  • stabile Unternehmensstruktur

  • klare Entscheidungswege im Projektmanagement


Unternehmen, die ihre Projekte, Unternehmenskultur und Entwicklungsmöglichkeiten transparent kommunizieren, erhöhen ihre Chancen, qualifizierte Kandidaten zu erreichen.


Typische Maßnahmen in diesem Bereich sind beispielsweise:

  • Karriereseiten mit Projektbeispielen

  • Erfahrungsberichte von Mitarbeitenden

  • Einblicke in Bauprojekte oder Baustellenorganisation

  • Präsenz auf Branchenveranstaltungen


Gerade im Bauwesen spielt dabei die Glaubwürdigkeit der Projekte eine wichtige Rolle. Kandidaten interessieren sich häufig stärker für konkrete Bauvorhaben als für allgemeine Unternehmensbotschaften.



Netzwerke und Branchenkontakte

Ein weiterer wichtiger Kanal der Mitarbeitergewinnung sind persönliche Netzwerke. In der Bauwirtschaft sind viele Fachkräfte über Projekte, frühere Arbeitgeber oder Branchenkontakte miteinander verbunden.


Daraus ergeben sich verschiedene Möglichkeiten zur Personalgewinnung:

  • Empfehlungen durch bestehende Mitarbeitende

  • Kontakte aus früheren Projekten

  • Branchenveranstaltungen und Fachkongresse

  • Alumni-Netzwerke aus Hochschulen


Empfehlungen können besonders wertvoll sein, da sie häufig bereits eine gewisse fachliche Einschätzung enthalten. Gleichzeitig sind sie jedoch schwer planbar und können daher selten als alleinige Recruitingstrategie dienen.



Systematische Kandidatenidentifikation

Da viele qualifizierte Fachkräfte nicht aktiv auf Stellensuche sind, gewinnt ein weiterer Ansatz zunehmend an Bedeutung: die systematische Identifikation geeigneter Kandidaten im Markt.


Dieser Prozess beginnt mit einer Analyse des relevanten Arbeitsmarktes.

Dazu gehören unter anderem:

  • Unternehmen mit ähnlichen Projektstrukturen

  • Bauprojekte mit vergleichbarer technischer Komplexität

  • typische Karrierewege in der jeweiligen Rolle


Auf dieser Basis können potenzielle Kandidaten identifiziert werden, die über passende Projekterfahrung verfügen.


Der nächste Schritt besteht in der direkten Ansprache dieser Kandidaten. Ziel ist es dabei nicht, sofort einen Arbeitgeberwechsel zu erzwingen, sondern zunächst das grundsätzliche Interesse an einer neuen beruflichen Perspektive zu prüfen.


Gerade bei erfahrenen Fach- und Führungskräften im Bauwesen ist diese Form der Ansprache häufig der einzige Weg, um überhaupt Zugang zu geeigneten Kandidaten zu erhalten.



Strukturierte Prozesse als Erfolgsfaktor

Neben den richtigen Recruitingkanälen spielt auch die Struktur des Prozesses eine entscheidende Rolle.


Erfolgreiche Mitarbeitergewinnung basiert häufig auf klar definierten Abläufen, beispielsweise:

  • präzise definierte Rollenprofile

  • klare Priorisierung offener Positionen

  • schnelle Rückmeldungen im Bewerbungsprozess

  • transparente Kommunikation mit Kandidaten


Wenn diese Grundlagen fehlen, können selbst gute Recruitingstrategien ihre Wirkung nicht vollständig entfalten.


Gerade in der Bauwirtschaft, wo viele Projekte unter Zeitdruck stehen, wird die Mitarbeitergewinnung deshalb zunehmend als strukturierter Prozess mit klaren Verantwortlichkeiten organisiert.




Strukturelle Herausforderungen bei der Personalgewinnung

Die Mitarbeitergewinnung in der Bau- und Infrastrukturbranche ist heute mit mehreren strukturellen Herausforderungen verbunden. Diese ergeben sich aus der Kombination von Fachkräftemangel, projektbasierter Arbeitsweise und steigender technischer Spezialisierung.


Viele Bauunternehmen berichten beispielsweise von Situationen, in denen mehrere Schlüsselpositionen gleichzeitig offen sind, etwa:

  • Bauleiter für neue Projekte

  • Projektleiter für komplexe Bauvorhaben

  • Kalkulatoren für Angebots- und Ausschreibungsphasen

  • erfahrene Poliere oder Bauüberwacher


Wenn solche Vakanzen über längere Zeit unbesetzt bleiben, kann dies direkte Auswirkungen auf Projekte haben. Bauvorhaben verzögern sich, bestehende Teams werden stärker belastet und neue Aufträge können möglicherweise nicht angenommen werden.


Mitarbeitergewinnung wird dadurch zu einem entscheidenden Faktor für die operative Leistungsfähigkeit von Bauunternehmen.



Stop-and-Go-Recruiting als häufiges Problem

Ein häufig unterschätztes Problem in der Bauwirtschaft ist das sogenannte Stop-and-Go-Recruiting.

Dieses entsteht typischerweise, wenn Recruiting nur bei akutem Bedarf aktiviert wird.


Der Ablauf sieht häufig so aus:

  1. Eine Stelle wird frei oder ein neues Projekt startet

  2. Die Personalsuche beginnt kurzfristig

  3. Nach einer erfolgreichen Einstellung wird der Recruitingprozess wieder gestoppt

  4. Einige Monate später entsteht erneut Personalbedarf


Der gesamte Prozess beginnt anschließend wieder von vorne.


Diese Vorgehensweise führt zu mehreren Schwierigkeiten:

  • Kandidatenpipelines müssen immer wieder neu aufgebaut werden

  • Marktanalysen werden nicht kontinuierlich gepflegt

  • Recruitingprozesse bleiben reaktiv statt strategisch


Gerade in der Bauwirtschaft, in der Personalbedarf häufig über längere Zeiträume besteht, kann dieses Muster zu dauerhaft verlängerten Besetzungszeiten führen.



Fehlende Priorisierung bei mehreren Vakanzen

Ein weiteres häufiges Problem entsteht, wenn Unternehmen mehrere offene Positionen gleichzeitig besetzen müssen.


Typische Situationen sind:

  • Wachstum durch neue Bauprojekte

  • Ausbau von Projektteams

  • Nachbesetzung von Renteneintritten

  • organisatorische Veränderungen


Wenn mehrere Rollen parallel gesucht werden, ist eine klare Priorisierung entscheidend.


Ohne diese Struktur entstehen häufig ineffiziente Prozesse, bei denen:

  • Recruitingressourcen auf zu viele Positionen verteilt werden

  • Entscheidungen verzögert werden

  • Kandidatenprozesse ins Stocken geraten


Eine strukturierte Mitarbeitergewinnung erfordert daher klare Antworten auf Fragen wie:

  • Welche Position hat aktuell höchste Priorität?

  • Welche Rolle ist für laufende Projekte kritisch?

  • Welche Besetzung kann längerfristig erfolgen?



Unklare Rollenprofile und Erwartungen

Ein weiterer zentraler Erfolgsfaktor bei der Mitarbeitergewinnung ist die präzise Definition der gesuchten Rolle.


In der Praxis entstehen jedoch häufig Probleme, wenn Rollenprofile nicht ausreichend konkret definiert sind.


Typische Beispiele sind:

  • unklare Projektverantwortung

  • fehlende Angaben zur Teamstruktur

  • unklare Entscheidungsbefugnisse

  • unrealistische Erwartung an Erfahrung oder Qualifikation


Gerade bei Bauprojekten interessieren sich Kandidaten häufig für sehr konkrete Aspekte, etwa:

  • Größe und Komplexität der Projekte

  • Verantwortungsbereich im Projektteam

  • technische Anforderungen

  • langfristige Entwicklungsmöglichkeiten


Wenn diese Informationen im Recruitingprozess fehlen, wird die Ansprache geeigneter Kandidaten deutlich schwieriger.



Langsame Entscheidungsprozesse

Ein weiteres häufiges Hindernis in der Mitarbeitergewinnung ist die Geschwindigkeit von Entscheidungen.

Viele Bauunternehmen führen mehrere Interviewrunden mit unterschiedlichen Entscheidungsträgern durch. Gleichzeitig sind geeignete Kandidaten oft stark nachgefragt und führen parallel Gespräche mit mehreren Unternehmen.


Wenn Rückmeldungen oder Entscheidungen zu lange dauern, kann es passieren, dass qualifizierte Kandidaten sich bereits für eine andere Option entschieden haben.


Daher gilt in vielen erfolgreichen Recruitingprozessen eine einfache Regel: Schnelle und klare Rückmeldungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Besetzung erheblich.



Mitarbeitergewinnung als kontinuierlicher Prozess

Angesichts dieser Herausforderungen beginnen viele Unternehmen, ihre Mitarbeitergewinnung stärker zu strukturieren.


Statt Recruiting nur bei akutem Bedarf zu starten, wird Personalgewinnung zunehmend als kontinuierlicher Prozess organisiert. Ziel ist es, Kandidatenmärkte regelmäßig zu analysieren, potenzielle Kandidaten frühzeitig zu identifizieren und stabile Recruitingabläufe aufzubauen.


Gerade bei dauerhaftem Personalbedarf kann es sinnvoll sein, eine kontinuierliche Recruiting-Struktur aufzubauen, die mehrere Positionen parallel betreut und den gesamten Prozess systematisch steuert.


Eine solche Vorgehensweise kann beispielsweise durch eine temporäre Recruiting-Einheit unterstützt werden, die wie eine interne Recruitingfunktion arbeitet und den Kandidatenmarkt fortlaufend bearbeitet.


Warum Personalberatung in der Mitarbeitergewinnung eine wichtige Rolle spielt


Die zunehmende Komplexität des Arbeitsmarktes in der Bau- und Infrastrukturbranche führt dazu, dass viele Unternehmen bei der Mitarbeitergewinnung auf spezialisierte Personalberatung zurückgreifen. Besonders bei Fach- und Führungspositionen reicht die klassische Veröffentlichung von Stellenanzeigen häufig nicht aus, um geeignete Kandidaten zu erreichen.


Ein wesentlicher Grund dafür ist der bereits beschriebene verdeckte Arbeitsmarkt. Viele qualifizierte Bauingenieure, Bauleiter oder Projektmanager sind langfristig in Projekte eingebunden und reagieren selten aktiv auf Stellenausschreibungen. Personalberatung unterstützt Unternehmen deshalb dabei, diesen Kandidatenmarkt systematisch zu erschließen.


Der Schwerpunkt liegt dabei meist auf der Direktsuche (Executive & Professional Search). Dabei werden geeignete Kandidaten im Markt identifiziert und diskret angesprochen. Ziel ist es, potenzielle Kandidaten zu erreichen, die zwar nicht aktiv auf Jobsuche sind, aber grundsätzlich offen für eine interessante berufliche Perspektive sein könnten.


Gerade bei Schlüsselpositionen mit großer Projektverantwortung wird diese Form der Mitarbeitergewinnung zunehmend zum Standard.



Abgrenzung zu klassischen Recruiting-Agenturen

Im Recruitingmarkt existieren unterschiedliche Anbieter mit sehr verschiedenen Arbeitsweisen. Für Unternehmen kann es deshalb sinnvoll sein, die Unterschiede zwischen den Modellen zu verstehen.


1. Anzeigenbasierte Recruitingdienstleister

Einige Anbieter konzentrieren sich vor allem auf die Veröffentlichung von Stellenanzeigen oder die Verwaltung eingehender Bewerbungen. Dieses Modell kann sinnvoll sein, wenn ein großer Bewerbermarkt vorhanden ist.


Bei spezialisierten Baupositionen mit begrenztem Kandidatenpool stößt dieser Ansatz jedoch häufig an Grenzen.


2. Erfolgsbasierte Vermittlungsagenturen

Viele klassische Recruitingagenturen arbeiten auf Erfolgsbasis (Success Fee). Eine Vergütung entsteht erst bei erfolgreicher Einstellung.


Obwohl dieses Modell weit verbreitet ist, konzentriert sich der Fokus häufig stark auf einzelne Abschlüsse. Für Unternehmen mit dauerhaftem Personalbedarf entsteht dadurch nicht automatisch eine stabile Recruitingstruktur.


3. Strategische Personalberatung mit systematischer Suche

Personalberatungen mit Branchenfokus arbeiten häufig mit strukturierten Suchprozessen.

Dabei stehen folgende Aspekte im Mittelpunkt:

  • systematische Marktanalyse

  • gezielte Kandidatenidentifikation

  • diskrete Direktansprache

  • strukturierte Vorauswahl geeigneter Kandidaten


Dieser Ansatz ist besonders relevant, wenn Positionen schwer zu besetzen sind oder eine hohe Verantwortung innerhalb von Bauprojekten tragen.



Mitarbeitergewinnung bei dauerhaftem Personalbedarf

Neben der Besetzung einzelner Schlüsselpositionen stehen viele Bauunternehmen vor einer weiteren Herausforderung: kontinuierlicher Personalbedarf.


Dieser entsteht beispielsweise durch:

  • langfristiges Unternehmenswachstum

  • neue Infrastrukturprogramme

  • mehrere parallel laufende Bauprojekte

  • altersbedingte Nachfolgeregelungen


In solchen Situationen kann Mitarbeitergewinnung nicht mehr nur als einzelnes Recruitingprojekt betrachtet werden. Stattdessen wird sie zu einer dauerhaften organisatorischen Aufgabe.


Ein Ansatz zur Lösung dieses Problems besteht darin, Recruiting als kontinuierliche Funktion zu organisieren. Dabei steht nicht die einzelne Einstellung im Mittelpunkt, sondern ein stabiler Recruitingprozess mit laufender Kandidatenidentifikation und klaren Entscheidungsstrukturen.


Eine Möglichkeit besteht darin, eine externe Recruitingstruktur einzusetzen, die wie eine interne Recruiting-Abteilung arbeitet und mehrere Vakanzen parallel betreut. Ziel ist es, einen kontinuierlichen Kandidatenfluss und planbare Einstellungsprozesse zu ermöglichen. 



Erfolgsfaktoren für nachhaltige Mitarbeitergewinnung

Unabhängig vom gewählten Recruitingmodell lassen sich mehrere zentrale Erfolgsfaktoren identifizieren.


Marktkenntnis

Unternehmen müssen verstehen, wo geeignete Kandidaten tätig sind, welche Projekte sie betreuen und welche Karrierewege in der Branche üblich sind.


Klare Rollenprofile

Je präziser eine Position beschrieben ist, desto einfacher wird die Ansprache geeigneter Kandidaten.


Strukturierte Recruitingprozesse

Klare Abläufe im Auswahlprozess – von der Kandidatenansprache bis zur finalen Entscheidung – erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit erheblich.


Kontinuität in der Personalgewinnung

Unternehmen, die Mitarbeitergewinnung als langfristigen Prozess organisieren, können Kandidatenmärkte kontinuierlich bearbeiten und schneller auf neue Personalbedarfe reagieren.



Fazit


Die Mitarbeitergewinnung in der Bau- und Infrastrukturbranche hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Fachkräftemangel, steigende Projektkomplexität und ein begrenzter Kandidatenmarkt führen dazu, dass klassische Recruitingmethoden häufig nicht mehr ausreichen.


Erfolgreiche Personalgewinnung kombiniert heute mehrere Ansätze: klassische Recruitingkanäle, gezielte Kandidatenansprache sowie strukturierte Recruitingprozesse. Besonders bei anspruchsvollen Positionen gewinnt die Direktsuche im verdeckten Kandidatenmarkt zunehmend an Bedeutung.


Unternehmen, die ihre Mitarbeitergewinnung strategisch organisieren und Recruiting als kontinuierlichen Prozess verstehen, verbessern langfristig ihre Chancen, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu gewinnen.

bottom of page