Leistungsphase 4
Die Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) ist der nächste logische Schritt nach der Entwurfsplanung (LPH 3). Während in LPH 3 die Vorzugsvariante detailliert ausgearbeitet wurde, geht es in der LPH 4 darum, die erforderlichen Unterlagen für die Baugenehmigung oder andere behördliche Genehmigungen zu erstellen und einzureichen.
Damit bildet die Genehmigungsplanung die rechtliche Grundlage für die Ausführung eines Bauvorhabens. Ohne eine erfolgreiche LPH 4 kann kein Projekt in die nächste Phase übergehen.

Inhalte der LPH 4
Erstellung der Bauantragsunterlagen gemäß Bauordnungen der Länder
Ausarbeitung von Plänen (Grundrisse, Schnitte, Ansichten) in genehmigungsfähiger Form
Zusammenstellung technischer Nachweise (Statik, Brandschutz, Schallschutz, Wärmeschutz, TGA)
Abstimmung mit Behörden (z. B. Bauämter, Denkmalschutz, Umweltbehörden)
Koordination der Fachplanungen für die Antragsunterlagen
Anpassung der Entwürfe nach Rückmeldungen von Genehmigungsstellen
Begleitung des Genehmigungsverfahrens bis zum positiven Bescheid
Typische Einsatzbereiche
Die Genehmigungsplanung ist bei allen Bauvorhaben erforderlich, insbesondere bei:
Wohnungs- und Gewerbebauten – von Einfamilienhäusern bis zu Büro- und Wohnkomplexen
öffentlichen Bauvorhaben – Schulen, Krankenhäuser, Verwaltungsgebäude
Infrastrukturprojekten – Straßen, Schienen, Brücken, Bahnhöfe
Sonderbauten – Hochhäuser, Industrieanlagen, Anlagen mit besonderem Gefährdungspotenzial
Bedeutung für den Projekterfolg
Die LPH 4 ist entscheidend, da:
sie die rechtliche Grundlage für die Realisierung eines Projekts schafft,
ohne eine erteilte Baugenehmigung kein Bau stattfinden darf,
eine gute Vorbereitung das Risiko von Verzögerungen und Auflagen reduziert,
sie die Brücke schlägt zwischen Entwurf und Ausführung.
Abgrenzung zu LPH 3 und LPH 5
LPH 3 (Entwurfsplanung): Entwicklung eines detaillierten Entwurfs mit Kostenberechnung.
LPH 4 (Genehmigungsplanung): Erstellung der Unterlagen für die Baugenehmigung und Abstimmung mit Behörden.
LPH 5 (Ausführungsplanung): Übersetzung des genehmigten Projekts in detaillierte Pläne für die Bauausführung.
Klassische Ausbildungs- und Studienwege
Die Genehmigungsplanung erfordert präzises Fachwissen über Bauordnungen, technische Nachweise und rechtliche Vorgaben.
Daher ist ein akademischer Hintergrund fast immer notwendig:
Studium (klassischer Weg):
Architektur (Bachelor/Master) – Hauptverantwortung für die Erstellung genehmigungsfähiger Pläne
Bauingenieurwesen – insbesondere bei Infrastrukturprojekten, Tragwerks- und Nachweiserstellung
Technische Gebäudeausrüstung (TGA) – für Nachweise in Haustechnik, Energie, Lüftung, Brandschutz
Bauphysik / Brandschutz – für Nachweise zu Schall, Wärme, Brandschutz
Stadt- und Raumplanung – bei Projekten mit städtebaulicher Dimension
Wirtschaftsingenieurwesen Bau – als Ergänzung für Kosten- und Prozesssteuerung
Praxisorientierte Wege:
Bautechniker:in mit Spezialisierung Genehmigungsplanung oder Bauordnung
Bauzeichner:in mit Weiterbildung und Schwerpunkt Planungsrecht
Fachingenieur:innen für Brandschutz oder Energieeffizienz, die Nachweise beisteuern
Voraussetzungen
Für Tätigkeiten in der LPH 4 sind folgende Kompetenzen entscheidend:
Kenntnisse im Bau- und Planungsrecht (BauGB, Landesbauordnungen, HOAI)
Verständnis für Genehmigungsprozesse und Behördenkommunikation
Fähigkeit zur Erstellung technischer Nachweise (Statik, Brandschutz, Schallschutz, Wärmeschutz, Energieeffizienz)
Sicherer Umgang mit CAD- und BIM-Software zur Erstellung genehmigungsfähiger Pläne
Kommunikationsfähigkeit, da enge Abstimmungen mit Behörden nötig sind
Präzision und Verantwortungsbewusstsein, da Fehler zu Verzögerungen im Bauablauf führen können
Bildungseinrichtungen & Hochschulen
In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Studien- und Weiterbildungsangeboten, die für die Genehmigungsplanung qualifizieren:
Ort / Region | Bildungsträger / Hochschule | Angebot |
Aachen | RWTH Aachen | Architektur, Bauingenieurwesen |
Berlin | TU Berlin | Architektur, Stadtplanung |
München | TU München (TUM) | Architektur, Bauingenieurwesen, Bauphysik |
Weimar | Bauhaus-Universität Weimar | Architektur, Urbanistik |
Stuttgart | Universität Stuttgart | Architektur, Brandschutz, TGA |
Darmstadt | TU Darmstadt | Architektur, Bauingenieurwesen |
Hamburg | HafenCity Universität (HCU) | Architektur, Bauingenieurwesen |
praxisorientiert | IHK & Handwerkskammern | Bauprojektmanagement, Bauordnungsrecht |
spezialisiert | DB Training, Learning & Consulting | Genehmigungs- und Nachweisführung im Infrastrukturbau |
Häufig beteiligte Berufe in LPH 4
Architekt:innen – Hauptverantwortliche für Bauantragspläne und Koordination
Bauingenieur:innen – Tragwerks- und Statiknachweise
TGA-Fachplaner:innen – Brandschutz, Lüftung, Heizung, Energieeffizienz
Bauphysiker:innen – Schallschutz, Wärmeschutz, Nachhaltigkeitsnachweise
Brandschutzplaner:innen – spezifische Nachweise für Sicherheit
Stadtplaner:innen – bei städtebaulichen Projekten und Großvorhaben
Gutachter:innen – für Boden, Umwelt, Denkmalschutz oder Verkehr
Weiterbildung & Zusatzqualifikationen
Zertifikatslehrgänge Bauordnungsrecht
Brandschutz- und Energieberater-Seminare
BIM-Management mit Schwerpunkt Genehmigungsplanung
Fachseminare HOAI, VOB und DIN-Normen
Software-Schulungen (Revit, Allplan, AutoCAD, ArchiCAD)
Quereinstiegsmöglichkeiten
Ein Quereinstieg ist möglich, wenn Fachkräfte bereits Erfahrung in verwandten Bereichen haben:
Bauleiter:innen oder Techniker:innen, die durch Weiterbildung rechtliches Wissen aufbauen
Fachplaner:innen aus TGA oder Brandschutz, die Genehmigungsunterlagen ergänzen
Projektentwickler:innen, die in Bauherrenfunktionen Verantwortung für Genehmigungen übernehmen
Anforderungen im Alltag
Die Genehmigungsplanung (LPH 4) ist eine Phase mit hohem Verantwortungsgrad, da Fehler oder Versäumnisse hier zu Projektverzögerungen, zusätzlichen Kosten oder Ablehnungen durch Behörden führen können. Fachkräfte müssen äußerst präzise arbeiten und sowohl technische als auch rechtliche Aspekte berücksichtigen.
Zentrale Anforderungen:
Kenntnis der Bauordnungen und Gesetze (BauGB, LBO, DIN-Normen, HOAI)
Fähigkeit zur Erstellung vollständiger Bauantragsunterlagen
Sicherer Umgang mit technischen Nachweisen (Statik, Brandschutz, Schallschutz, Wärmeschutz)
Kommunikationskompetenz bei Abstimmungen mit Behörden, Gutachtern und Auftraggebern
Verantwortungsbewusstsein und Genauigkeit, da diese Phase die rechtliche Basis für die Ausführung darstellt
Stressresistenz, da Genehmigungsverfahren oft zeitkritisch sind
Zusammenarbeit im Projektumfeld
In der LPH 4 stehen Architekt:innen und Ingenieur:innen in enger Abstimmung mit Bauherr:innen und Genehmigungsstellen.
Rolle | Zusammenarbeit bei… |
Bauherr:innen / Auftraggeber | Freigabe von Bauantragsunterlagen |
Architekt:innen | Koordination der Genehmigungsplanung, Pläne |
Bauingenieur:innen | Tragwerks- und Statiknachweise |
TGA-Fachplaner:innen | Brandschutz, Energieeffizienz, Lüftung, Heizung |
Bauphysiker:innen | Schallschutz, Wärmeschutz, Nachhaltigkeit |
Behörden (Bauamt, Umwelt, Denkmalschutz) | Prüfung und Genehmigung |
Gutachter:innen | Boden, Umwelt, Verkehr, Altlasten |
Häufig beteiligte Unternehmen in LPH 4
An der Genehmigungsplanung sind meist große und mittelständische Büros sowie öffentliche Auftraggeber beteiligt. Beispiele sind:
Architekturbüros: gmp Architekten (Hamburg), HPP Architekten (Düsseldorf)
Ingenieurbüros: Schüßler-Plan (Düsseldorf), WSP Infrastructure Engineering (München)
Fachplanungsbüros TGA & Brandschutz: Drees & Sommer (Stuttgart), ILF Consulting Engineers (München)
Bauphysik & Gutachter: Arcadis Germany (Darmstadt), IGS Ingenieure (Nürnberg)
Projektentwickler: Ed. Züblin Projektentwicklung (Stuttgart), Hochtief Projektentwicklung (Essen)
Öffentliche Auftraggeber: Stadt München – Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Deutsche Bahn AG (Berlin)
Arbeitsbedingungen
Die LPH 4 ist geprägt von hoher Präzision und Termindruck:
Einsatzort: überwiegend Büro, ergänzt durch Behördentermine und Abstimmungen
Arbeitsweise: strukturierte Dokumentation und enge Koordination mit Fachplanern
Zeitdruck: hoch, da Genehmigungen fristgerecht eingereicht werden müssen
Verantwortung: sehr hoch, da Fehler zu Ablehnungen oder erheblichen Verzögerungen führen können
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Gehalt (Stand 2025)
Die Gehälter variieren nach Rolle, Unternehmensgröße und Projekttyp.
Erfahrungsstufe | Brutto / Jahr (€) |
Berufseinstieg (Architekt:in / Bauing.) | ca. 45.000 – 54.000 € |
mit 3–5 Jahren Erfahrung | ca. 55.000 – 68.000 € |
erfahrene Fachkräfte | ca. 69.000 – 82.000 € |
Senior-Planer:innen / Projektleiter | ca. 83.000 – 98.000 € |
Zusatzleistungen & Extras:
Weiterbildungen im Bauordnungs- und Verwaltungsrecht
Bonuszahlungen bei termingerechter Genehmigung und Projektstart
Betriebliche Altersvorsorge
Flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice
Engpass bei Fachkräften
Die Genehmigungsplanung (LPH 4) ist in Deutschland zunehmend vom Fachkräftemangel betroffen. Vor allem Architekt:innen, Bauingenieur:innen und Fachplaner:innen für Brandschutz, Bauphysik und TGA fehlen, um die steigende Anzahl an Bauprojekten genehmigungsfähig vorzubereiten. Die Vielzahl an Bauvorschriften und immer komplexere Genehmigungsverfahren verschärfen die Lage zusätzlich.
Ursachen für den Fachkräftemangel
Demografischer Wandel: Erfahrene Fachkräfte scheiden altersbedingt aus.
Nachwuchsmangel: Studiengänge wie Architektur und Bauingenieurwesen sind weniger nachgefragt.
Wachsende Komplexität: Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Digitalisierung erhöhen den Aufwand in der LPH 4.
Konkurrenz durch andere Branchen: Ingenieur:innen wechseln in Industrie, IT oder Consulting, wo Genehmigungsprozesse nicht so komplex sind.
Auswirkungen auf Projekte & Unternehmen
Projektverzögerungen, da Genehmigungen länger dauern oder mehrfach überarbeitet werden müssen.
Kostensteigerungen, wenn externe Fachgutachten nachträglich eingeholt werden müssen.
Risiken bei der Qualität, wenn überlastete Teams unter Zeitdruck fehlerhafte Unterlagen einreichen.
Stau in der Projektpipeline, da ohne Genehmigung keine Bauausführung starten darf.
Besonders betroffen sind Architekturbüros (z. B. gmp, HPP), Ingenieurbüros (z. B. Schüßler-Plan, WSP) sowie öffentliche Auftraggeber (z. B. Stadt München, Deutsche Bahn AG).
Chancen für Fachkräfte
Für qualifizierte Fachkräfte bietet die LPH 4 attraktive Vorteile:
hohe Arbeitsplatzsicherheit durch unverzichtbare Rolle in Bauprojekten
überdurchschnittliche Gehälter für Spezialist:innen in Genehmigungsplanung und Bauordnung
spannende Projekte vom Hochbau bis zu Großinfrastrukturprojekten
Aufstiegsmöglichkeiten in Projektleitung, Bauherrenvertretung oder Behördentätigkeit
Spezialisierungschancen in Brandschutz, Energieeffizienz oder Bauphysik
Was TOPEOPLE bietet
Für Unternehmen: TOPEOPLE unterstützt Architekturbüros, Ingenieurbüros und öffentliche Auftraggeber bei der Besetzung von Schlüsselpositionen in der Genehmigungsplanung. Dadurch können Projekte schneller genehmigt und sicher gestartet werden.
Für Fachkräfte: TOPEOPLE begleitet Architekt:innen, Ingenieur:innen und Fachplaner:innen bei ihrem nächsten Karriereschritt, vermittelt sie in spannende Genehmigungsprojekte und bietet langfristige Perspektiven.
Fazit
Die Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) ist die rechtliche Grundlage für jedes Bauprojekt. Ohne eine erfolgreiche Genehmigung kann kein Bauvorhaben umgesetzt werden. Präzise Arbeit, rechtliches Wissen und enge Abstimmung mit Behörden sind entscheidend für den Projekterfolg.
Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels in diesem Bereich gewinnen Spezialist:innen für Genehmigungsplanung weiter an Bedeutung. Für Fachkräfte bietet diese Phase hohe Arbeitsplatzsicherheit, attraktive Gehälter und vielseitige Karrierewege, während Unternehmen auf spezialisierte Unterstützung angewiesen sind, um ihre Projekte zuverlässig voranzubringen.
