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Leistungsphase 3

Die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) nach HOAI ist die Phase, in der aus den in der Vorplanung (LPH 2) entwickelten Konzepten ein konkreter, durchdachter Entwurf entsteht. Während LPH 2 vor allem Varianten, Machbarkeiten und Kostenschätzungen abdeckt, ist die LPH 3 der Schritt, in dem die Vorzugsvariante ausgearbeitet und detailliert wird.


Sie stellt den Übergang von groben Konzepten zu klaren Plänen dar und bildet die Grundlage für die spätere Genehmigungsplanung (LPH 4).

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Inhalte der LPH 3


In der Entwurfsplanung sind folgende Aufgaben zentral:

  • Konkretisierung der Vorzugsvariante aus LPH 2

  • Durcharbeitung von Entwürfen in Grundrissen, Schnitten und Ansichten

  • Integration der Fachplanungen (Statik, TGA, Brandschutz, Bauphysik) in den Entwurf

  • Erstellung einer Kostenberechnung nach DIN 276 (detaillierter als in LPH 2)

  • Fortschreibung des Terminplans auf Basis der Vorplanung

  • Abstimmung mit Bauherr:innen und Behörden zur Sicherstellung der Genehmigungsfähigkeit

  • Dokumentation des endgültigen Entwurfs als Grundlage für LPH 4



Typische Einsatzbereiche

Die LPH 3 spielt in allen Bauprojekten eine tragende Rolle, besonders bei:

  • Wohnungs- und Gewerbebauten – Ausarbeitung architektonischer und funktionaler Konzepte

  • Infrastrukturprojekten – genaue Trassen, Querschnitte und Bauwerksentwürfe

  • Sanierungen und Umbauten – detaillierte Anpassung an Bestand und neue Nutzung

  • Großprojekten – Krankenhäuser, Industrieanlagen, Flughäfen oder Verwaltungsgebäude



Bedeutung für den Projekterfolg

Die Entwurfsplanung ist entscheidend, da hier:

  • die gestalterische, funktionale und technische Qualität festgelegt wird,

  • eine belastbare Kostenberechnung entsteht,

  • die Genehmigungsfähigkeit vorbereitet wird,

  • alle Beteiligten eine klare Vorstellung vom späteren Bauwerk erhalten.


Fehler oder Unklarheiten in der LPH 3 wirken sich direkt auf Baukosten, Genehmigungen und Zeitpläne aus.



Abgrenzung zu LPH 2 und LPH 4

  • LPH 2 (Vorplanung): Varianten, erste Machbarkeiten, Kostenschätzung.

  • LPH 3 (Entwurfsplanung): Ausarbeitung der Vorzugsvariante zu einem detaillierten Entwurf mit Kostenberechnung.

  • LPH 4 (Genehmigungsplanung): Einreichung bei Behörden zur Erlangung der Baugenehmigung.


Klassische Ausbildungs- und Studienwege


Für Tätigkeiten in der Entwurfsplanung sind in der Regel akademische Ausbildungen erforderlich, da hier technische Präzision, gestalterische Kompetenz und interdisziplinäre Koordination gefragt sind.


  • Studium (klassischer Weg):

    • Architektur (Bachelor/Master) – mit Schwerpunkt Entwerfen, Baukonstruktion, Darstellungstechnik

    • Bauingenieurwesen (Bachelor/Master) – insbesondere für Ingenieurbauten, Infrastruktur und Tragwerksplanung

    • Stadt- und Raumplanung – Einbindung von Entwürfen in städtebauliche Konzepte

    • Technische Gebäudeausrüstung (TGA) – Entwürfe für Energie- und Gebäudetechnik

    • Bauphysik / Brandschutz – für Nachhaltigkeit, Sicherheit und Komfort

    • Wirtschaftsingenieurwesen Bau – für Kostenmanagement und Wirtschaftlichkeitsberechnungen


  • Praxisorientierte Wege:

    • Bautechniker:in mit Spezialisierung Entwurf / Konstruktion

    • Bauzeichner:in mit Weiterbildung und späterem Studium

    • Fachplaner:innen für TGA oder Statik, die mit Architekt:innen eng zusammenarbeiten



Voraussetzungen

Fachkräfte in der LPH 3 benötigen eine besondere Kombination von Fähigkeiten:

  • Gestalterische Kompetenz für ansprechende und funktionale Entwürfe

  • Technisches Wissen in Statik, Bauphysik und TGA

  • Kenntnisse im Bau- und Planungsrecht (HOAI, BauGB, LBO)

  • Sicherer Umgang mit Planungssoftware (CAD, BIM, Simulationstools)

  • Kostenbewusstsein für die Erstellung einer belastbaren Kostenberechnung

  • Kommunikationsfähigkeit für die Koordination von Bauherr:innen, Fachplaner:innen und Behörden



Bildungseinrichtungen & Hochschulen

Für die Ausbildung von Fachkräften in der Entwurfsplanung gibt es zahlreiche Hochschulen und Weiterbildungsträger in Deutschland:

Ort / Region

Bildungsträger / Hochschule

Angebot

Aachen

RWTH Aachen

Architektur, Bauingenieurwesen

Berlin

TU Berlin

Architektur, Stadt- und Regionalplanung

München

TU München (TUM)

Architektur, Bauingenieurwesen, Bauphysik

Weimar

Bauhaus-Universität Weimar

Architektur, Urbanistik

Stuttgart

Universität Stuttgart

Architektur, Bauphysik, TGA

Darmstadt

TU Darmstadt

Architektur, Bau- und Umweltingenieurwesen

Hamburg

HafenCity Universität (HCU)

Architektur, Bauingenieurwesen

praxisorientiert

IHK & Handwerkskammern

Weiterbildung Bauprojektmanagement

spezialisiert

DB Training, Learning & Consulting

BIM- und Entwurfsplanung im Infrastrukturbau



Häufig beteiligte Berufe in LPH 3

  • Architekt:innen – federführend für Entwurf und Darstellung

  • Bauingenieur:innen – für technische Durcharbeitung und Tragwerkskonzepte

  • TGA-Fachplaner:innen – Integration von Energie, Klima, Wasser, Lüftung

  • Tragwerksplaner:innen – statische Durcharbeitungen, Vorkonzepte in Detailtiefe

  • Bauphysiker:innen und Brandschutzplaner:innen – Nachhaltigkeit, Sicherheit, Komfort

  • Stadtplaner:innen – städtebauliche Integration bei größeren Projekten

  • Projektentwickler:innen – Abgleich von Entwurf und Wirtschaftlichkeit



Weiterbildung & Zusatzqualifikationen

  • BIM-Management und Modellierung auf Entwurfsniveau

  • Zertifikatslehrgänge in Bauphysik, Nachhaltigkeit, Brandschutz

  • Projektmanagement im Bauwesen (HOAI, VOB)

  • Software-Schulungen (AutoCAD, Revit, ArchiCAD, Allplan, Tekla)



Quereinstiegsmöglichkeiten

Ein Quereinstieg ist in begrenztem Rahmen möglich, besonders für:

  • Bauleiter:innen oder Techniker:innen, die durch Studium oder Weiterbildung in die Planung wechseln

  • Projektentwickler:innen, die Entwurfsprozesse auf Wirtschaftlichkeit begleiten

  • Spezialisten aus TGA oder Tragwerksplanung, die in die Entwurfskoordination wechseln



Anforderungen im Alltag

Die Entwurfsplanung (LPH 3) ist ein hochdynamischer Abschnitt, der Fachkräfte besonders fordert. Hier gilt es, den Spagat zwischen gestalterischem Anspruch, technischer Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu meistern. Fehler oder Ungenauigkeiten wirken sich direkt auf die Genehmigungsfähigkeit und Baukosten aus.


Wichtige Anforderungen:

  • Gestalterische Stärke – klare und funktionale Architekturentwürfe entwickeln

  • Technisches Verständnis – Detailtiefe in Statik, Bauphysik und TGA

  • Kostenbewusstsein – präzise Kostenberechnung nach DIN 276 erstellen

  • Kommunikationsfähigkeit – Abstimmungen mit Bauherr:innen, Fachplaner:innen und Behörden

  • Software-Kompetenz – routinierter Umgang mit CAD, BIM und Simulationstools

  • Genauigkeit und Verantwortung, da diese Phase die Grundlage für Genehmigung und Ausführung bildet



Zusammenarbeit im Projektumfeld

In der LPH 3 intensiviert sich die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Jede Fachdisziplin muss mit dem Entwurf harmonieren, um ein genehmigungsfähiges und wirtschaftliches Gesamtkonzept zu schaffen.

Rolle

Zusammenarbeit bei…

Bauherr:innen / Auftraggeber

Abstimmung über Entwurfsqualität, Kosten und Termine

Architekt:innen

Hauptverantwortung für Entwurf, Pläne und Darstellung

Bauingenieur:innen

technische Durcharbeitung und Tragwerkskonzepte

TGA-Fachplaner:innen

Integration von Energie, Klima, Lüftung, Wasser

Brandschutz- und Bauphysiker:innen

Sicherheit, Nachhaltigkeit, Komfort

Behörden

Vorabstimmungen zur Genehmigungsfähigkeit



Häufig beteiligte Unternehmen in LPH 3

In der Entwurfsplanung arbeiten Architekten-, Ingenieur- und Fachplanungsbüros eng zusammen. Beispiele sind:

  • Architekturbüros: HPP Architekten (Düsseldorf), gmp Architekten (Hamburg)

  • Ingenieurbüros: Schüßler-Plan (Düsseldorf), WSP Infrastructure Engineering (München)

  • Fachplanungsbüros TGA: Drees & Sommer (Stuttgart), ILF Consulting Engineers (München)

  • Bauphysik & Brandschutz: Arcadis Germany (Darmstadt), IGS Ingenieure (Nürnberg)

  • Projektentwickler: Hochtief Projektentwicklung (Essen), Ed. Züblin Projektentwicklung (Stuttgart)

  • Öffentliche Auftraggeber: Deutsche Bahn AG (Berlin), Stadt München – Referat für Stadtplanung und Bauordnung



Arbeitsbedingungen

Die Entwurfsplanung erfordert hohe Präzision und intensive Abstimmung:

  • Einsatzort: überwiegend Büro, ergänzt durch Workshops und Abstimmungen

  • Arbeitsweise: iterative Prozesse – Entwürfe werden mehrfach überarbeitet

  • Zeitdruck: höher als in LPH 2, da Ergebnisse termingerecht vorliegen müssen

  • Verantwortung: sehr hoch, da Entwurfsfehler kostspielige Korrekturen nach sich ziehen können



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Gehalt (Stand 2025)


Die Gehälter in der LPH 3 sind abhängig von Rolle, Erfahrung und Unternehmensgröße.

Erfahrungsstufe

Brutto / Jahr (€)

Berufseinstieg (Architekt:in / Bauing.)

ca. 44.000 – 52.000 €

mit 3–5 Jahren Erfahrung

ca. 53.000 – 65.000 €

erfahrene Fachkräfte

ca. 66.000 – 78.000 €

Senior-Planer:innen / Projektleiter

ca. 79.000 – 95.000 €


Zusatzleistungen & Extras:

  • Bonuszahlungen bei Wettbewerbsgewinnen

  • Weiterbildungen (BIM, Nachhaltigkeit, Projektmanagement)

  • Flexible Arbeitsmodelle (Homeoffice, Gleitzeit)

  • Betriebliche Altersvorsorge



Engpass bei Fachkräften

Die Entwurfsplanung (LPH 3) erfordert Fachkräfte, die gestalterische, technische und wirtschaftliche Aspekte in Einklang bringen können. Der Fachkräftemangel ist hier besonders spürbar: Es fehlt an Architekt:innen, Bauingenieur:innen und Fachplaner:innen, die Entwürfe in der nötigen Detailtiefe entwickeln können. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch BIM, Nachhaltigkeit und komplexe Bauvorhaben.



Ursachen für den Fachkräftemangel

  • Demografischer Wandel: Viele erfahrene Architekt:innen und Ingenieur:innen verlassen den Arbeitsmarkt.

  • Nachwuchsprobleme: Studiengänge wie Architektur verlieren an Attraktivität durch hohe Belastung und vergleichsweise geringes Einstiegsgehalt.

  • steigende Projektkomplexität: Große Infrastrukturprojekte, Nachhaltigkeitsvorgaben und Digitalisierung erhöhen den Qualifikationsbedarf.

  • Konkurrenz um Fachkräfte: Bauingenieur:innen wechseln oft in Industrie, IT oder Consulting.



Auswirkungen auf Projekte & Unternehmen

Der Mangel an Fachkräften in der LPH 3 hat direkte Folgen:

  • Verzögerungen in Genehmigungsprozessen, da Entwürfe zu spät oder unvollständig vorliegen.

  • Kostensteigerungen, wenn Entwürfe nachgebessert werden müssen.

  • Qualitätsrisiken, wenn Planungsbüros überlastet sind.

  • Projektstau bei großen Bau- und Infrastrukturprojekten.


Betroffen sind insbesondere Architekturbüros wie HPP oder gmp, Ingenieurbüros wie Schüßler-Plan oder WSP sowie Projektentwickler wie Züblin oder Hochtief, die komplexe Großprojekte verantworten.



Chancen für Fachkräfte

Für qualifizierte Planer:innen in der LPH 3 eröffnen sich attraktive Perspektiven:

  • hohe Arbeitsplatzsicherheit durch kontinuierlich steigende Nachfrage

  • überdurchschnittliche Gehälter für erfahrene Spezialist:innen

  • spannende Projekte vom Hochbau über Infrastrukturbauten bis zu Großprojekten im Gesundheits- oder Industriebau

  • Karrierechancen in Richtung Projektleitung, Büro- oder Abteilungsleitung

  • Gestaltungsspielraum, da in der Entwurfsplanung die wesentlichen Weichen für Bauqualität, Kosten und Nachhaltigkeit gestellt werden



Was TOPEOPLE bietet

  • Für Unternehmen: TOPEOPLE unterstützt Architekturbüros, Ingenieurbüros und Projektentwickler bei der gezielten Besetzung von Schlüsselrollen in der Entwurfsplanung.


  • Für Fachkräfte: TOPEOPLE begleitet Architekt:innen, Ingenieur:innen und Fachplaner:innen auf ihrem Karriereweg, vermittelt sie in anspruchsvolle Projekte und bietet langfristige Entwicklungsperspektiven.



Fazit


Die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) ist eine der wichtigsten Phasen im Bauwesen. Hier werden die Weichen gestellt für Gestaltung, Technik, Kosten und Genehmigungsfähigkeit.


In Zeiten von Fachkräftemangel und wachsender Projektkomplexität sind erfahrene Architekt:innen und Ingenieur:innen besonders gefragt. Für Fachkräfte bietet die LPH 3 nicht nur spannende und vielseitige Aufgaben, sondern auch exzellente Karrierechancen und hohe Arbeitsplatzsicherheit. Unternehmen hingegen sind mehr denn je auf spezialisierte Unterstützung angewiesen, um Projekte erfolgreich und termingerecht voranzubringen.

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