Fachplaner Sanitär
Der Fachplaner Sanitär ist für die technische Planung von Trinkwasser-, Abwasser- und Schmutzwasseranlagen in Gebäuden und Infrastrukturen verantwortlich. Er arbeitet in der Regel in Planungsbüros, TGA-Abteilungen oder Ingenieurgesellschaften und ist in alle Phasen eines Bauprojekts eingebunden – von der Konzeptplanung bis zur Ausführung.
Sanitärplanung betrifft nicht nur klassische Bürogebäude oder Wohnbauten, sondern auch Industriebauten, Krankenhäuser, Schulen, Verkehrsanlagen und technische Sonderbauten. Die Planung muss baurechtlich korrekt, wirtschaftlich, nachhaltig und hygienisch sicher ausgeführt werden.

Aufgaben – konkret & praxisnah
Ermittlung des Bedarfs an Frischwasser- und Abwasseranschlüssen in Abstimmung mit Architekten und Bauherren
Auslegung der Rohrnetze für Trinkwasser, Abwasser, Grauwasser und Regenwasser – inklusive Druck- und Fließberechnung
Dimensionierung von Rohrdurchmessern, Leitungsverläufen und Gefällestrecken, unter Beachtung der geltenden Normen (z. B. DIN EN 12056, DIN 1988)
Planung von Trinkwassererwärmungssystemen, z. B. zentral oder dezentral, inklusive Legionellenprophylaxe
Entwurf von Rohrleitungsführungen im Decken- und Wandsystem, unter Berücksichtigung von Schallschutz, Brandschutz und Montagefreundlichkeit
Einbindung von Versorgungsleitungen in die Gebäudehülle, inklusive Revisionsöffnungen, Schächten und Technikräumen
Festlegung von Sanitärobjekten (Waschbecken, WC, Duschen etc.) inkl. Anschlusswerten und Platzbedarf
Erstellung von Schemen, Strangplänen und Detailzeichnungen, oft in 2D/3D mit CAD-Software (z. B. AutoCAD MEP, Revit, liNear)
Berücksichtigung von Sonderanforderungen, z. B. barrierefreier Ausbau, Hygienezonen, Brandschutzabschnitte
Integration von Regenwassernutzung oder Grauwasseranlagen, soweit vom Bauherr gewünscht oder gefordert
Abstimmung mit anderen TGA-Gewerken, insbesondere Heizung, Lüftung, Elektro und Gebäudeautomation
Zusammenarbeit mit Statik, Architektur und Ausführung, um Kollisionsfreiheit, Erreichbarkeit und bauliche Umsetzbarkeit sicherzustellen
Begleitung der Ausführungsplanung, inkl. Materialvorgaben, Ausschreibungsunterlagen und Leistungsverzeichnissen
Einsatzbereiche
Fachplaner:innen Sanitär arbeiten branchenübergreifend, insbesondere in:
Ingenieurbüros für Technische Gebäudeausrüstung (TGA)
Planungsabteilungen von Generalplanern oder Architekturbüros
TGA-Fachabteilungen großer Bauunternehmen
Technischen Abteilungen von Krankenhäusern, Flughäfen oder Industrieanlagen
Öffentlichen Bauämtern mit Schwerpunkt auf Infrastrukturplanung (z. B. Schulen, Verwaltungsbauten)
Je nach Projektart sind sie verantwortlich für die Einzelgewerkeplanung oder arbeiten im Gewerkverbund HLSK (Heizung, Lüftung, Sanitär, Kälte).
Zugangswege in die Sanitärplanung
Fachplaner:innen Sanitär kommen in der Regel aus dem Bereich Technische Gebäudeausrüstung (TGA) oder Versorgungstechnik. Sowohl Studiengänge als auch Technikerausbildungen ermöglichen den Einstieg in die planerische Tätigkeit.
Typische Qualifikationen:
Studium Versorgungstechnik, Gebäudetechnik oder TGA (Bachelor/Master)
Studium Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt auf Haustechnik oder Bauphysik
Staatlich geprüfte:r Techniker:in Fachrichtung Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik
SHK-Handwerksmeister:in mit planerischer Weiterbildung
Technische Zeichner:innen mit Spezialisierung auf HLS-Planung und CAD-Erfahrung
Berufserfahrene Monteur:innen oder Projektleiter:innen aus dem SHK-Bereich, die sich in die Planung qualifizieren
Studiengänge & Schwerpunkte
Geeignete Studienrichtungen mit Bezug zur Sanitärplanung:
Versorgungstechnik / Energie- und Gebäudetechnik
Technische Gebäudeausrüstung (TGA)
Gebäudesystemtechnik / Gebäudetechnologie
Umwelt- und Hygienetechnik
Bauphysik mit TGA-Schwerpunkt
Bauingenieurwesen, wenn auf Gebäudetechnik oder Ausbau spezialisiert
In diesen Studiengängen lernen die Studierenden die Grundlagen von Hydraulik, Wärmetransport, Trinkwasserhygiene, Abwassertechnik, Schallschutz, Brandschutz, Rohrnetzplanung und Simulation.
Konkrete Bildungseinrichtungen
Einrichtung / Anbieter | Ort / Region | Schwerpunkt / Relevanz |
Hochschule München – Gebäude- und Energietechnik | München | TGA-Planung, Praxisprojekte, Simulation |
Technische Hochschule Lübeck – Bau- und Gebäudetechnik | Lübeck | Haustechnik, Sanitärplanung, Energieeffizienz |
Hochschule Biberach – Energie-Ingenieurwesen | Biberach (Baden-Württemberg) | Gebäudetechnik mit Praxisbezug |
Technische Hochschule Köln – Versorgungstechnik | Köln | Trinkwasserhygiene, CAD, Nachhaltigkeitsaspekte |
FH Münster – Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt | Münster | Integrierte Gebäudetechnik, Rohrnetzplanung |
Berliner Hochschule für Technik (BHT) | Berlin | TGA, Simulation, BIM-Integration |
Berufskolleg Neandertal – Technikerschule HLS | Mettmann (NRW) | Staatlich geprüfte Techniker:innen HLS |
Technikerschule Butzbach – Fachschule für Versorgungstechnik | Butzbach (Hessen) | Spezialisierung auf Sanitär, Heizung, Lüftung |
BTZ Osnabrück – Weiterbildung SHK-Planung | Osnabrück | CAD & Planung für SHK-Fachkräfte |
Handwerkskammer Bildungszentren (z. B. Münster, Hannover) | bundesweit | SHK-Meisterkurse mit planerischem Schwerpunkt |
Weiterbildungsmöglichkeiten für Praktiker:innen
Für erfahrene Fachkräfte aus Montage, Projektleitung oder dem Handwerk bestehen gezielte Aufstiegsoptionen – z. B.:
CAD-Weiterbildungen in AutoCAD MEP, Revit, liNear
Schulungen zu Sanitärplanung & Regelwerken (DIN EN 12056, DIN 1988 etc.)
Zertifikatslehrgänge z. B. „TGA-Fachplaner Sanitär“ bei privaten Bildungsträgern
Aufstiegsfortbildung zum/zur staatlich geprüften Techniker:in
Teilzeitstudium für Techniker oder Meister, z. B. an der Hochschule Biberach oder TH Köln
Einstieg über Planungsassistenz, z. B. in einem TGA-Büro, mit anschließender Entwicklung zum Fachplaner
Viele Arbeitgeber unterstützen diese Qualifizierung aktiv – besonders bei bestehenden SHK-Kompetenzen und Lernbereitschaft im Umgang mit Software und Planungsnormen.
Praxis im Projektalltag
Fachplaner:innen Sanitär arbeiten in mehrstufigen Projektphasen – von der Konzeptentwicklung über Entwurfs- und Ausführungsplanung bis hin zur Begleitung der Bauausführung. Sie sind meist in interdisziplinären Teams eingebunden und verantwortlich für die Sanitärtechnik im Gesamtprojekt.
Dabei stehen sowohl die Planungsinhalte als auch die termin- und kostengerechte Umsetzung im Vordergrund.
Typische Aufgaben im Arbeitsalltag
Abstimmung mit Architekt:innen und Objektplaner:innen zur Leitungsführung und Platzbedarf
Erstellung von Leitungsnetzen in CAD (2D/3D), mit Durchmessern, Gefälle, Einbauteilen
Berechnung von Fließgeschwindigkeiten, Druckverlusten, Volumenströmen in Trink- und Abwassersystemen
Berücksichtigung von Hygienevorgaben, z. B. Legionellenprophylaxe, Zirkulationssysteme
Planung von Sanitärzentralen, Technikräumen und Schächten
Auswahl geeigneter Materialien (z. B. Edelstahl, Kunststoff, Kupfer) nach Nutzung und Norm
Erstellung von Strangschemata, Schemazeichnungen, Schnitten und Kollisionsplänen
Koordination mit angrenzenden Gewerken (Heizung, Lüftung, Elektro, Bauphysik)
Mitwirkung an Leistungsbeschreibungen, Ausschreibungen und Vergabeunterlagen
Kontrolle der Umsetzbarkeit auf der Baustelle – in direkter Zusammenarbeit mit der Bauleitung
Anpassung von Plänen auf Grundlage von Rückmeldungen aus Ausführung oder TGA-Koordination
Fachliche Anforderungen
Für die Arbeit als Fachplaner:in Sanitär sind erforderlich:
Sicherer Umgang mit CAD-Software, z. B. AutoCAD MEP, Revit, liNear
Kenntnisse der relevanten Normen, u. a. DIN EN 12056, DIN 1988, DVGW-Arbeitsblätter
Verständnis für Gebäudephysik und Baukonstruktion
Teamfähigkeit und Planungskoordination, insbesondere in BIM-Umgebungen
Kostendenken und wirtschaftliche Planung
Kommunikationsfähigkeit, besonders bei Abstimmungen mit Ausführung, Bauherr oder Fachgewerken
Zuverlässigkeit bei der Dokumentation und der Pflege von Planständen, Planlisten und Dateistrukturen
Zusammenarbeit & Schnittstellen
Fachplaner:innen Sanitär sind eingebunden in die Zusammenarbeit mit:
Funktion | Zusammenarbeit im Projekt |
Objektplaner:innen / Architekt:innen | Definition von Einbauorten, Raumbedarf, Schächten |
Fachplaner Heizung / Lüftung | gemeinsame Technikräume, Wärmebereitstellung, Abstimmung |
Bauleitung TGA / Sanitär | bauliche Umsetzung, Ausführungsvorgaben, Terminfragen |
BIM-Koordinator:innen | Kollisionsprüfung, Planabgleich, digitale Modelle |
Prüfstatik / Brandschutz | Einhaltung von Brandschutzanforderungen bei Rohrdurchführungen |
Bauherr / Betreiber | Abstimmung zu Hygieneanforderungen und Wartungskonzepten |
In komplexeren Projekten (z. B. Krankenhäuser, Schulen, Laborbauten) sind zudem Spezialwissen und enge Abstimmungen mit Nutzergruppen erforderlich.
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Gehaltsrahmen & Verdienstmöglichkeiten (Stand 2025)
Das Gehalt richtet sich nach Erfahrung, Region, Komplexität der Projekte und Unternehmensgröße.
Typische Bruttojahresgehälter in Festanstellung:
Erfahrungsstufe | Brutto/Jahr (€) |
Berufseinsteiger:in | 42.000 – 50.000 € |
3–5 Jahre Berufserfahrung | 50.000 – 60.000 € |
Senior-Level / Projektverantwortung | 60.000 – 70.000 € |
Großprojekte / Teamleitung | 70.000 – 80.000 € und mehr |
Freiberufliche Tätigkeit:
Tagessätze zwischen 400 – 600 € netto üblich
bei Spezialwissen oder Projektkoordination: bis 650 €+
Besonders gefragt sind Fachplaner:innen, die modellbasiert mit BIM arbeiten, Erfahrung mit öffentlichen Bauherren mitbringen oder komplexe Anlagen wie Wasseraufbereitung oder Regenwassermanagement planen.
Engpass im Bereich Sanitärplanung
Die Nachfrage nach qualifizierten Fachplaner:innen für Sanitärtechnik ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen – vor allem im Zusammenhang mit:
komplexeren Neubauprojekten, z. B. Schulen, Kliniken, Verwaltungsbauten
steigenden Anforderungen an Hygiene, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit
wachsender Bedeutung von BIM, was modellbasiertes Planen voraussetzt
gesetzlichen Verschärfungen (Trinkwasserverordnung, Energieeffizienzrichtlinien)
Umbau- und Sanierungswellen in öffentlicher und gewerblicher Infrastruktur
Gleichzeitig fehlt es an ausgebildeten Fachplaner:innen Sanitär, vor allem mit Normenkenntnis, CAD/BIM-Kompetenz und Erfahrung im Projektalltag.
Ursachen des Fachkräftemangels
Die Knappheit qualifizierter Fachplaner:innen ist strukturell bedingt. Zu den Hauptursachen zählen:
Rückgang technischer Ausbildungszahlen, vor allem im Bereich Versorgungstechnik
fehlende Spezialisierung auf Sanitärplanung in vielen Studiengängen
hohes Durchschnittsalter in TGA-Planungsbüros, wenige Nachfolger:innen
hoher Schulungsbedarf für moderne CAD- und BIM-Planung
Konkurrenz um Fachkräfte mit SHK-Ausbildung – viele wandern in Ausführung oder Industrie ab
geringe Bekanntheit des Berufsbildes, insbesondere bei Nachwuchskräften
Die Folge: Projektverzögerungen, Mehrkosten und fehlende Umsetzungskapazitäten – obwohl der Bau selbst bereits freigegeben ist.
Auswirkungen auf den Projektmarkt
Der Mangel an Sanitärplaner:innen hat messbare Folgen:
Ausschreibungen scheitern mangels Planungsleistung
TGA-Planungen verzögern sich um Monate, was ganze Projekte ausbremst
BIM-Modelle bleiben unvollständig, wenn Sanitärdaten fehlen
Bauämter und Kommunen finden keine geeigneten Planer:innen für ihre Vorhaben
Generalplaner müssen Projekte aufsplitten oder Leistungen einkaufen
Planungsbüros reagieren mit Teamausbau, Quereinsteigerförderung und externem Zukauf – was den Markt für qualifizierte Fachkräfte besonders attraktiv macht.
Chancen für Fachkräfte
Wer über Kenntnisse in Sanitärtechnik, Normenwesen und CAD-basierter Planung verfügt, findet beste Einstiegs- und Entwicklungschancen – unabhängig von Alter oder Karriereverlauf.
Besonders gefragt sind Fachplaner:innen mit:
BIM-Kompetenz und Erfahrung mit AutoCAD MEP, Revit oder liNear
Kenntnissen zu Hygieneanforderungen, barrierefreiem Ausbau oder Schallschutz
Schnittstellenverständnis für Heizung, Lüftung, Elektro
Erfahrung in Ausschreibung & Ausführungsvorbereitung
Auch der freiberufliche Einstieg ist in der Sanitärplanung gut möglich, da viele Büros projektbezogene Unterstützung suchen – remote oder hybrid.
TOPEOPLE – Vermittlung für Fachplaner Sanitär
TOPEOPLE bringt qualifizierte Fachplaner:innen mit Planungsbüros, Generalplanern und öffentlichen Trägern zusammen – bundesweit und branchenspezifisch.
Für Unternehmen bietet TOPEOPLE:
Zugang zu verfügbaren Fachplaner:innen Sanitär, fest oder freiberuflich
gezieltes Matching nach Normenkenntnis, Software und Projekterfahrung
Unterstützung bei Teamaufbau, Nachbesetzungen oder Projektanfragen
transparente Kommunikation und branchengerechte Vorauswahl
Für Fachkräfte bietet TOPEOPLE:
Zugang zu aktuellen Projektanfragen und Festanstellungen
individuelle Karriereberatung für SHK-Planung und Aufstieg in die TGA
Unterstützung bei BIM-Qualifizierung oder CAD-Umstieg
persönliche Begleitung im gesamten Bewerbungsprozess
Fazit
Der Fachplaner Sanitär ist unverzichtbar für die Planung, Dimensionierung und Koordination sanitärtechnischer Anlagen in Bauprojekten. Er stellt sicher, dass Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung und Brandschutzsysteme technisch korrekt, wirtschaftlich und normgerecht umgesetzt werden.
Mit steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit, Hygiene und Energieeffizienz wächst die Bedeutung dieses Berufsbilds kontinuierlich. Für Techniker:innen und Ingenieur:innen im Bereich Versorgungstechnik bietet die Spezialisierung zum Fachplaner Sanitär zukunftssichere Karrierechancen und verantwortungsvolle Aufgaben in allen Segmenten des Bauwesens.
