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Fachkraft Schienentechnik (FaSt)

Die Fachkraft Schienentechnik (FaSt) ist eine spezialisierte technische Rolle im Umfeld des Gleis- und Bahninfrastrukturbaus, die fundiertes Praxiswissen über den Aufbau, die Instandhaltung und den sicheren Betrieb von Schienenwegen mitbringt.


Der Begriff „FaSt“ ist keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung, sondern wird im deutschsprachigen Bahnwesen zunehmend als Standardfunktion bei Bahnbauunternehmen und technischen Dienstleistern genutzt – sowohl im Neubau als auch in der Instandhaltung, insbesondere bei Projekten im Auftrag der DB Netz AG oder kommunaler Bahnbetreiber.

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Typische Aufgaben einer Fachkraft Schienentechnik


Fachkräfte für Schienentechnik kommen auf Baustellen und Instandhaltungsprojekten zum Einsatz – insbesondere dort, wo es um das präzise Montieren, Warten oder Kontrollieren schienengebundener Systeme geht.


Konkrete Aufgabenbereiche:

  • Ein- und Ausbau von Schienen, Weichen, Kreuzungen und anderen Fahrwegkomponenten

  • Herstellen und Verschweißen von Schienenstößen (z. B. Thermitschweißen, Abbrennstumpfschweißen)

  • Richten von Gleis- und Weichenanlagen, inkl. Höhen-, Richtungs- und Überhöhungsfeinjustierung

  • Einbau von Schwellen, Kleineisen, Schotter und Bettungssystemen

  • Prüfung der Gleisgeometrie mit Messgeräten oder elektronischen Systemen

  • Unterstützung bei der Stopfung und Gleisumbauarbeiten

  • Durchführung einfacher Inspektions- und Wartungsarbeiten, z. B. Sichtkontrollen, Lockerungsprüfungen

  • Begleitung von Abnahmeprozessen, z. B. Messfahrten, Probefahrten, Gleisfreigaben

  • Anwendung der relevanten DB-Vorschriften (z. B. Ril 800, 824, 883)


In vielen Unternehmen ist die FaSt auch für die Arbeitsvorbereitung vor Ort mitverantwortlich und übernimmt die Rolle eines technischen Bindeglieds zwischen Bauleitung, Maschinentechnik und Sicherungspersonal.



Wo arbeiten Fachkräfte für Schienentechnik?

Fachkräfte Schienentechnik sind überwiegend im Außeneinsatz tätig – auf Tages- oder Nachtbaustellen, bei Instandhaltungsmaßnahmen oder auf Großprojekten. Einsatzorte sind:

  • Gleisbau und -erneuerung im Fern- und Regionalnetz

  • Weichenerneuerungsprogramme oder Einzelweichenumbauten

  • Spezialprojekte mit Fester Fahrbahn (z. B. Tunnel, Brücken, S-Bahn-Bereiche)

  • Gleismontage in Bahnhöfen, Anschlussgleisen oder Industriearealen

  • Stopf- und Hebearbeiten im Rahmen von Oberbaumaßnahmen

  • Rückbauarbeiten bei Stilllegung oder Umplanung

  • Instandhaltungsmaßnahmen für kommunale Nahverkehrsbetriebe (z. B. U-Bahn, Straßenbahn)


Viele Fachkräfte sind bei Spezialbauunternehmen im Gleisbau angestellt, etwa bei Subunternehmen der DB, bei Maschinenherstellern oder Bau-ARGE-Partnern.



Abgrenzung zu anderen Funktionen

Die FaSt ist klar abzugrenzen von anderen bahntechnischen Funktionen, z. B.:

Rolle

Schwerpunktbereich

Gleisbauer:in

handwerklich geprägter Ausbildungsberuf

Schweißfachkraft Bahn

spezialisiert auf Schienenschweißen

Messtrupp / Geomatiker:in

Vermessung, Gleisgeometrie, Trassierung

Fachbauüberwacher:in OB

technische Bauüberwachung Oberbau

Sicherungsposten (SiPo)

Sicherstellung des Bahnbetriebs während Bau

Die FaSt kombiniert praktische Umsetzungskompetenz mit Kenntnis der technischen Anforderungen und betrieblicher Regelwerke – und wird daher besonders bei Projekten mit hoher Genauigkeit oder kurzer Bauzeit geschätzt.

Wie wird man Fachkraft Schienentechnik?


Die Berufsbezeichnung „Fachkraft Schienentechnik (FaSt)“ ist kein geschützter Ausbildungsberuf, sondern eine praxisorientierte Funktionsbeschreibung, die auf einer Grundausbildung im Gleisbau oder Bahnbereich basiert.


Typische Zugänge:

  • Abgeschlossene Ausbildung als Gleisbauer:in (anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG)

  • Tätigkeit als Quereinsteiger:in mit handwerklicher oder technischer Grundqualifikation (z. B. Tiefbau, Metallbau, Mechatronik) und bahnspezifischer Weiterbildung

  • Speziallehrgänge der Deutschen Bahn oder ihrer Bildungspartner im Bereich Oberbau, Montage, Instandhaltung


Wichtig ist, dass FaSt-Fachkräfte nachgewiesen befähigt sind, Arbeiten am Gleis sicher, regelwerkskonform und eigenverantwortlich auszuführen.



Wichtige Qualifikationen & Zusatzmodule

Fachkräfte für Schienentechnik verfügen meist über folgende Zusatzqualifikationen:

  • Modul Oberbau 1 & 2 (DB-Standard)

  • Berechtigung zum Arbeiten im Gleisbereich (z. B. Unterwiesene Person, Bahnerdung)

  • Schweißschein Thermit oder E-Lichtbogen (sofern anwendbar)

  • Maschinenbedienberechtigungen für Kleinmaschinen oder Großgeräte (z. B. Stopfmaschinen)

  • Kenntnisse der Richtlinien Ril 800, Ril 824, Ril 883

  • Arbeiten unter Betrieb / Sicherungsgrundausbildung


Diese Qualifikationen werden entweder im Rahmen der Grundausbildung vermittelt oder durch spätere Schulungen ergänzt – je nach Arbeitgeberstruktur und Einsatzgebiet.



Bildungsanbieter & Schulungsorte 

Die Ausbildung und Weiterbildung zur Fachkraft Schienentechnik erfolgt über zertifizierte Schulungsanbieter, häufig in Kooperation mit Bauunternehmen oder der Deutschen Bahn.



Relevante Ausbildungsstätten & Bildungszentren:

Anbieter / Schule

Ort / Region

Besonderheiten

DB Training, Learning & Consulting

Erfurt, Duisburg, Leipzig

Zentrale Schulungen zu Oberbau, Maschinentechnik

BBiZ – Bildungs- und Beratungszentrum DB

Halberstadt

Einstiegskurse und Weiterbildungen für Gleisbau

ABZ Mellrichstadt

Mellrichstadt (Bayern)

Fokus auf Tief- und Gleisbau im Bahnumfeld

Bfz-Essen (Bahn-Fachzentrum Essen)

Essen

Maschinen- und Oberbauschulungen

EBZ – Eisenbahn-Bildungszentrum

Berlin, bundesweit

Praxismodule für Bahnbau und Instandhaltung

VDEF Bildungsakademie

Wittenberge, Chemnitz, Nürnberg

Fortbildung für Bau- und Instandhaltungspersonal

DEKRA Akademie Bahn

bundesweit

Grundqualifikationen für Quereinsteiger:innen

Diese Anbieter bieten sowohl Vollzeit-Lehrgänge (z. B. über mehrere Wochen) als auch berufsbegleitende Module an – oft mit staatlicher Förderung oder in Kooperation mit Arbeitgebern.



Einstiegsmöglichkeiten für Quereinsteiger:innen

Auch Bewerber:innen ohne bahnspezifische Ausbildung können zur FaSt qualifiziert werden – etwa mit handwerklicher Grundausbildung und anschließender Umschulung.

TOPEOPLE vermittelt regelmäßig in Programme mit:

  • Einstiegsmodul Bahnbautechnik (4–6 Wochen)

  • Praxisphase bei zertifizierten Gleisbauunternehmen

  • Schulungen zu Sicherheit, Maschinen und Oberbautechnik


Ziel ist der schnelle, praxisnahe Einstieg in den regelkonformen Gleisbau und die Fahrweginstandhaltung.



Alltag auf der Baustelle: Arbeiten unter Betrieb

Fachkräfte für Schienentechnik sind vor Ort im Gleisbereich tätig – bei Tagesbaustellen, Nachtarbeiten, Wochenendsperrungen oder auch auf Notfallbaustellen. Ihre Arbeit ist häufig mit körperlicher Belastung, wechselnden Einsatzorten und Schichtarbeit verbunden.


Typische Tätigkeiten im Projektalltag:

  • Rückbau und Neubau von Schienen und Weichen, inkl. Ausbau alter Elemente

  • Exaktes Einmessen und Einbauen von Schwellen, Kleineisen und Verbindungselementen

  • Thermitschweißen und Nachbearbeitung von Schienenstößen (falls qualifiziert)

  • Verlegen von Schotter, Stopfen und Richten des Gleises mit Maschinenbedienung oder Handarbei

  • Durchführen von Sicht- und Messkontrollen, z. B. Höhenlage, Gleisverwindung, Spurweite

  • Herstellen und Wiederherstellen der Bettung, besonders bei Fahrbahnerneuerung oder Weichenumbauten

  • Sichern der Baustelle und Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten im Gleisbereich

  • Mithilfe bei Instandhaltungsmaßnahmen, z. B. Austausch beschädigter Bauteile oder Nacharbeiten nach Störungen


Der Einsatz erfolgt immer unter Beachtung der Betriebs- und Arbeitssicherheit, meist in enger Abstimmung mit Sicherungspersonal, Bauleitung und Maschinenführer:innen.



Verantwortung & Anforderungen

Auch wenn Fachkräfte Schienentechnik keine überwachende Funktion haben, tragen sie eine hohe Verantwortung für:

  • die Maßhaltigkeit und Betriebssicherheit der eingebauten Bauteile

  • die Einhaltung der technischen Vorschriften der DB

  • den sauberen, betriebskonformen Zustand vor Übergabe zur Abnahme

  • den sicheren Umgang mit Maschinen und Werkzeugen im Gleisbereich


Wichtig ist ein gutes technisches Verständnis für den Gleisaufbau sowie die Fähigkeit, Baupläne, Regelwerke (z. B. Ril 824, 800, 883) und Anweisungen sicher umzusetzen.



Zusammenarbeit auf der Baustelle

Fachkräfte für Schienentechnik arbeiten stets im Team und eng verzahnt mit anderen Funktionen. Typische Schnittstellen:

Funktion

Zusammenarbeit im Projektalltag

Bauleiter:in / Polier:in

Koordination der Bautätigkeit und Aufgabenverteilung

Fachbauüberwacher:in OB

Kontrolle der Bauausführung, Dokumentation, Abnahme

Maschinenbediener:in

Abstimmung bei Stopf-, Hebe- und Richtarbeiten

Sicherungsposten / SiPo

Absicherung der Arbeiten im Gleisbereich

Vermessungstrupps / Geomatiker

Lagekontrolle, Feinjustierung von Gleis- und Weichenlage

Kommunikation, Zuverlässigkeit und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein sind zentrale Anforderungen für diese Rolle.




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Gehaltsrahmen (Stand 2025)


Das Einkommen einer Fachkraft Schienentechnik richtet sich nach:

  • Ausbildung und Zusatzqualifikationen (z. B. Schweißschein, Maschinenschein)

  • Region und tariflicher Einordnung

  • Wochenarbeitszeit (Nachtarbeit, Wochenendarbeit)

  • Einsatzgebiet (Projektstandort, Wohnortfern oder wohnortnah)



Typische Bruttojahresgehälter (Festanstellung):

Erfahrungsstufe

Jahresgehalt brutto (€)

Berufseinsteiger:in mit Grundausbildung

34.000 – 40.000 €

Mit 3–5 Jahren Berufserfahrung

41.000 – 47.000 €

Fachkräfte mit Schweißschein / Maschinenschein

48.000 – 56.000 €

In Regionen mit hoher Bautätigkeit (z. B. NRW, Süddeutschland) oder bei hoher Reisetätigkeit sind höhere Gehälter möglich.

Freiberuflich tätige FaSt-Fachkräfte (meist mit Spezialqualifikationen) erzielen Tagessätze zwischen 280 € und 450 € netto, je nach Einsatzdauer, Auftraggeber und Zusatzbefähigungen.



Schienentechnik: Ein wachsendes, aber ausgedünntes Berufsfeld

Die Zukunft der Schieneninfrastruktur ist eines der zentralen Infrastrukturziele in Deutschland: Ausbau, Modernisierung und Erhalt bestehender Trassen stehen auf politischer wie technischer Agenda. Gleichzeitig beobachten Unternehmen einen akuten Mangel an qualifizierten Fachkräften für den Gleisbau, insbesondere im Bereich der handwerklich-technischen Umsetzung – also genau dort, wo Fachkräfte Schienentechnik (FaSt) eingesetzt werden.



Ursachen des Fachkräftemangels

Mehrere strukturelle und demografische Entwicklungen wirken zusammen:

  • Überalterung der Bestandsbelegschaften, insbesondere in Baukolonnen

  • Rückgang klassischer Handwerksausbildungen im Gleis- und Tiefbau

  • Regionale Disparitäten – in ländlichen Gebieten fehlen neue Fachkräfte

  • steigende Mobilitätsanforderungen, aber sinkende Bereitschaft zur Reisetätigkeit

  • zunehmender Schulungsbedarf, z. B. bei Schweißtechnik, Maschinenbedienung oder Regelwerk


Zugleich verschärft sich der Wettbewerb um Fachpersonal – nicht nur zwischen Bauunternehmen, sondern auch mit Industriebetrieben, Maschinenherstellern und Instandhaltungsdienstleistern, die ebenfalls Bahnerfahrung suchen.



Auswirkungen auf Projekte und Unternehmen

Fehlende Fachkräfte im Gleisbau führen zu spürbaren Verzögerungen bei:

  • Sperrpausen-Projekten, die termingebunden sind

  • Weichenerneuerungen, bei denen Spezialmontage gefragt ist

  • Bauphasenwechseln, wenn Termine nicht eingehalten werden können

  • Qualitätsmängeln, etwa bei Schweißnähten, Höhenlage oder Spurweite

  • Zertifizierungs- und Abnahmeproblemen, weil dokumentationsfähiges Personal fehlt


Unternehmen geraten zunehmend unter Druck, fachlich befähigtes, gleichzeitig flexibles Personal dauerhaft zu binden oder schnell nachzubesetzen.



Perspektiven für Fachkräfte & Betriebe

Für Fachkräfte mit oder ohne Vorerfahrung ergeben sich in der Schienentechnik langfristig stabile Jobperspektiven:

  • Direkteinstieg nach Ausbildung oder Umschulung, besonders bei Montage- oder Instandhaltungsunternehmen

  • Berufliche Spezialisierung, z. B. im Bereich Schweißtechnik, Maschinenbedienung oder Weichenmontage

  • Einsatz in festen Kolonnen mit Entwicklung zum Vorarbeiter oder Kolonnenführer

  • Regionale Arbeitsmöglichkeiten, oft mit wohnortnahen Einsätzen

  • Möglichkeit zur Qualifizierung für weiterführende Rollen, z. B. Fachbauüberwachung OB oder Maschinentechnik


Unternehmen profitieren, wenn sie:

  • auf verlässliche Personaldienstleister oder Partner wie TOPEOPLE setzen

  • interne Weiterbildung fördern (z. B. Schweißscheine, Ril-Schulungen)

  • durch gute Arbeitsbedingungen, geregelte Reisetätigkeit und Schulungskonzepte Mitarbeitende binden



TOPEOPLE – Recruiting für Fachkräfte Schienentechnik

TOPEOPLE ist spezialisiert auf die Personalgewinnung und Vermittlung technischer Fachkräfte in der Bau- und Bahninfrastruktur – darunter gezielt auch FaSt-Fachkräfte mit nachweisbarer Qualifikation.


Für Unternehmen bietet TOPEOPLE:

  • Zugang zu einsatzbereiten Fachkräften Schienentechnik, bundesweit

  • Unterstützung bei befristeter oder langfristiger Projektbesetzung

  • Begleitung bei Qualifizierung von Quereinsteiger:innen

  • Schnelle Lösungen für kurzfristige Bauphasen und Sperrpausenprojekte


Für Fachkräfte bietet TOPEOPLE:

  • Vermittlung zu seriösen Bauunternehmen mit fairen Bedingungen

  • Zugang zu festen Teams, geregelten Einsätzen und langfristigen Perspektiven

  • Beratung zu Weiterbildung (z. B. Thermitschweißen, Ril-Kenntnisse)

  • Begleitung beim beruflichen Einstieg oder Wechsel innerhalb der Branche



Fazit


Die Fachkraft Schienentechnik (FaSt) ist ein vielseitig einsetzbarer Profi im Bahnbereich, der Bau, Instandhaltung und Sicherheit von Schienenanlagen unterstützt. Mit fundierten Kenntnissen in Oberbau, LST-Schnittstellen und Arbeitssicherheit trägt sie wesentlich zur Zuverlässigkeit und Betriebsfähigkeit der Infrastruktur bei.


Da die Bahnbranche stark wächst und zugleich mit Fachkräftemangel kämpft, bietet die Qualifikation zur FaSt hervorragende Berufsaussichten, abwechslungsreiche Einsatzmöglichkeiten und langfristige Sicherheit – sowohl für Nachwuchskräfte als auch für erfahrene Praktiker:innen aus angrenzenden Gewerken.

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